Intuit Aktie: Wertpapieruntersuchung nach 20-Prozent-Crash

Eine US-Kanzlei prüft mögliche Irreführung durch Intuit-Management zur TurboTax-Preisstrategie. Aktie verlor massiv an Wert.

Intuit Aktie
Kurz & knapp:
  • Wertpapieruntersuchung gegen Intuit eingeleitet
  • Kurssturz von 20 Prozent nach Gewinnmitteilung
  • TurboTax-Wachstum bleibt hinter Erwartungen zurück
  • Neues Aktienrückkaufprogramm über acht Milliarden Dollar

Der Finanzsoftware-Konzern Intuit steht im Fokus einer Wertpapieruntersuchung. Eine führende US-Anwaltskanzlei prüft, ob das Management in der abgelaufenen Steuersaison irreführende Aussagen zur Preisstrategie von TurboTax getroffen hat. Für Anleger kam die Nachricht einem Schock gleich – die Aktie verlor an einem Tag ein Fünftel ihres Wertes.

Eingeständnis mit Folgen

Im Zentrum der Untersuchung steht eine Äußerung von Intuits Führungsspitze während der Vorlage der Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal am 20. Mai. Das Management räumte ein, im Segment der preissensiblen Do-it-yourself-Steuerzahler „auf den Preis verloren“ zu haben. Diese Aussage widerspricht früheren Darstellungen, wonach die Plattform wettbewerbsfähige Konditionen bieten könne.

Die kanadische Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld LLP kündigte die Untersuchung am 29. Mai an. Sie will klären, ob Intuit gegenüber Aktionären vorsätzlich irreführende Angaben zur Positionierung von TurboTax gemacht hat.

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Der Kurs brach am Tag nach der Gewinnmitteilung um 20 Prozent auf 307 Euro ein. Aktuell notiert die Aktie bei 292 Euro – rund 59 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 707 Euro und nur knapp über dem Jahrestief von 262 Euro. Der Jahresverlust summiert sich auf knapp 46 Prozent.

Zwischen Stellenabbau und Aktienrückkauf

Intuit kämpft mit mehreren Problemen gleichzeitig. Die Zahl der TurboTax-Online-Zahler stieg nur um zwei Prozent. Das Unternehmen führt dies auf einen Rückgang der IRS-Steuererklärungen zurück, der fast 30 Basispunkte unter den Konjunkturprognosen lag. Hinzu kommt ein bereits angekündigter Personalabbau von 17 Prozent.

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Institutionelle Anleger reagieren verunsichert. Der National Pension Service etwa reduzierte sein Engagement um knapp sieben Prozent und verkaufte mehr als 46.000 Aktien. Ein Zeichen von Vertrauen setzte dagegen Director Vasant Prabhu, der nach dem Kurssturz 1.750 Aktien zukaufte.

Trotz der Turbulenzen steigerte Intuit den Quartalsumsatz um 10,4 Prozent auf 8,56 Milliarden Dollar und hob die Jahresprognose auf 21,34 bis 21,37 Milliarden Dollar an. Der Verwaltungsrat genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über acht Milliarden Dollar und erhöhte die Quartalsdividende um 15 Prozent auf 1,20 Dollar je Aktie. Die nächste Ausschüttung erfolgt im Juli.

Der für September angesetzte jährliche Investorentag dürfte Klarheit über die strategische Neuausrichtung bringen. Bis dahin bleibt die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Managements der größte Risikofaktor für die Aktie.

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