Intuitive Surgical startet eine massive Software-Offensive. Seit Mittwoch rollt der Medizintechnik-Konzern über 100 Updates für sein neues Robotersystem da Vinci 5 in den USA aus. Die Börse reagiert bisher unterkühlt. Die Aktie dümpelt nahe ihrem Jahrestief.

Neue Funktionen und neue Märkte

Das aktuelle Update-Paket erweitert die digitalen Fähigkeiten der Plattform drastisch. Chirurgen erhalten mobile Logins und neue Telepräsenz-Funktionen. Parallel dazu startet die verbesserte Simulationsumgebung SimNow 2. Sie soll das Training für robotergestützte Eingriffe beschleunigen.

Der da Vinci 5 macht bereits mehr als die Hälfte der jüngsten Systemverkäufe aus. Das Management will die Abhängigkeit von Urologie und Allgemeinchirurgie verringern. Kürzlich erhielt der Roboter die Zulassung für spezielle kardiologische Eingriffe. Dazu zählen komplexe Reparaturen der Mitralklappe.

Wachstum trifft auf Bewertungszweifel

Operativ läuft das Geschäft rund. Intuitive Surgical rechnet für 2026 weltweit mit bis zu 15,5 Prozent mehr Eingriffen. Das Wachstum kommt zunehmend aus Europa und Asien. Allein im ersten Quartal platzierte das Unternehmen 431 neue Systeme bei Kliniken.

An der Börse spiegelt sich diese Stärke kaum wider. Am Mittwoch schloss das Papier bei rund 402 US-Dollar. Das ist nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Investoren stören sich an der hohen Bewertung im aktuellen Zinsumfeld.

Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Die Bank of America sieht ein Kursziel von 515 US-Dollar. Sie verweist auf die langfristige Dominanz im Markt. Andere Beobachter bleiben neutral und hinterfragen die hohen Bewertungsaufschläge.

Hohe wiederkehrende Umsätze

Ein starkes Fundament bleibt das Geschäftsmodell. Rund 86 Prozent des Gesamtumsatzes stammen aus wiederkehrenden Einnahmen wie Instrumenten und Serviceverträgen. Das Ziel: Dieses Polster in konstantes Gewinnwachstum ummünzen.

Neben dem da Vinci-System rückt ein zweiter Treiber in den Fokus. Das Ion-System für Lungenbiopsien verzeichnet steigende Eingriffszahlen. Besonders in Südeuropa baut der Konzern den Direktvertrieb dafür aus. Die nächsten Impulse liefert der anstehende Quartalsbericht. Dann wird das Management die ersten finanziellen Effekte der großen Update-Welle beziffern.