Nach einer turbulenten Woche atmen Anleger von Invinity Energy Systems durch. Am Freitag stieg die Aktie des Vanadium-Redox-Flow-Spezialisten um knapp 7 Prozent auf 0,31 GBP. Davor stand der Titel massiv unter Druck: binnen sieben Tagen verlor das Papier über 20 Prozent.

Der Rücksetzer kommt nicht aus dem Nichts. Anfang Juni markierte die Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch bei 40,50 GBP. Seither dominierten Gewinnmitnahmen. Eine schwächere Stimmung im Sektor für saubere Energien tat ihr Übriges. Trotz der Korrektur bleibt die Performance auf Jahressicht imposant: seit Januar 2026 summiert sich der Wertzuwachs auf 55 Prozent.

Operativ läuft es besser als der Kurs vermuten lässt

Hinter der Volatilität stehen handfeste Zahlen. Anfang Juni legte Invinity die Jahresergebnisse 2025 vor – und die haben es in sich.

Der Umsatz stieg auf 17,8 Millionen GBP. Das ist ein Plus von 256 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher wuchs das Absatzvolumen: Das Unternehmen verkaufte Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 31,4 MWh. Ein Plus von über 500 Prozent zu den 5,2 MWh des Vorjahres. Die Liquidität liegt bei 28,8 Millionen GBP, Schulden hat Invinity keine.

Diese Daten zeigen: die Vanadium-Flow-Technologie gewinnt an Marktakzeptanz. Anders als Lithium-Ionen-Systeme gilt sie als besonders langlebig und sicher – ein Vorteil bei großskaligen Speicherprojekten.

Großprojekte und Kostensenkung als nächste Hürden

Der strategische Fokus liegt jetzt auf der Umsetzung. Ein zentraler Meilenstein: die Partnerschaft mit der Schweizer FlexBase Group. Das Batteriespeicherprojekt umfasst in der ersten Phase bis zu 1,5 GWh. Langfristig sind 2,1 GWh geplant.

Parallel treibt das Management die Kostensenkung voran. Ziel der neuen „Endurium“-Plattform: die Kosten pro Kilowattstunde bis Ende 2026 um mindestens zwei Drittel zu senken – gemessen an der Vorgängergeneration VS3. Das ist kein Luxus. Nur so bleibt die Technologie wettbewerbsfähig.

Am Horizont zeichnen sich weitere Impulse ab. Noch im Juni hält Invinity seine Hauptversammlung ab. Anleger erwarten Details zur Projektpipeline und zu laufenden US-Aufträgen, darunter ein vom US-Energieministerium gefördertes Projekt in Wisconsin.

Charttechnisch bleibt die Lage stabil. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 0,24 GBP beträgt komfortable 31,6 Prozent. Der RSI steht mit 53,2 Punkten im neutralen Bereich. Die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft. Ein gutes Fundament für die neue Handelswoche.