Nach einem Kursrutsch von fast 20 Prozent innerhalb von sieben Tagen steht IonQ vor einer entscheidenden Woche. Das Management muss sich auf zwei großen Technologiekonferenzen den Fragen der Investoren stellen. Die Diskrepanz zwischen operativen Rekordzahlen und der jüngsten Marktreaktion zwingt die Führungsetage in die Offensive.
Allein am Freitag brach das Papier um 12,49 Prozent auf 49,47 Euro ein. Die annualisierte Volatilität liegt bei extremen 164 Prozent.
Am Dienstag und Mittwoch präsentieren die Führungskräfte auf der Mizuho Global Technology Conference und dem Rosenblatt Annual Technology Summit. Hier erwarten Marktbeobachter konkrete Aussagen zu Auftragseingängen, Margen und der anstehenden SkyWater-Übernahme.
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Extreme Kontraste in der Bilanz
Fundamental liefert das Unternehmen ein gespaltenes Bild. Im ersten Quartal explodierte der Umsatz um 755 Prozent auf 64,7 Millionen US-Dollar. Die ausstehenden Leistungsverpflichtungen kletterten auf 470 Millionen US-Dollar.
Dem stehen massive Kosten gegenüber. Der bereinigte operative Verlust belief sich auf 96,8 Millionen US-Dollar. Ein komfortables Polster bietet die Liquidität: Ende März lagen 3,1 Milliarden US-Dollar in der Kasse.
Parallel dazu rückt die Übernahme der Halbleiter-Foundry SkyWater in den Fokus. Die Aktionäre des Ziels haben bereits zugestimmt. IonQ zahlt pro SkyWater-Aktie 15 US-Dollar in bar sowie eigene Aktien im Wert von 20 US-Dollar.
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Verteidigungssektor und Lieferketten-Risiken
Abseits der Finanzkennzahlen stärkt IonQ seine Position im Verteidigungssektor. Das Unternehmen sicherte sich einen Vertrag im HARQ-Programm der US-Forschungsbehörde DARPA. Ziel ist die Entwicklung vernetzter Quantencomputer, die verschiedene Qubit-Typen kombinieren. Die synthetischen Diamant-Quantenspeicher von IonQ gelten hier als technologisch führend.
Ein Blick auf die operativen Risiken erklärt die aktuelle Nervosität. Eine aktuelle SEC-Meldung offenbarte, dass nur rund 28 Prozent der Zulieferer an einer Umfrage zu Konfliktmineralien teilnahmen. Diese mangelnde Transparenz in der Lieferkette trifft auf eine Aktie, bei der über 20 Prozent der frei handelbaren Papiere leerverkauft sind.
Am 16. Juni folgt mit der virtuellen Hauptversammlung der nächste Pflichttermin. Aktionäre stimmen unter anderem über die Vergütung des Managements und die Wahl zweier Direktoren ab. Analysten sehen trotz des jüngsten Rücksetzers Aufwärtspotenzial und rufen im Durchschnitt ein Kursziel von 67,64 US-Dollar aus. Hält die Unterstützung im Bereich des aktuellen Kurses nicht, rückt der 100-Tage-Durchschnitt bei 38,03 Euro als nächste charttechnische Auffanglinie in den Fokus.
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