Bei IonQ entscheidet nicht allein das eingeworbene Kapital über die Bewertung. Auch die umfangreichen Optionsrechte und eine mögliche weitere Verwässerung müssen Anleger berücksichtigen. Die jüngsten Analystenreaktionen zeigen unterschiedliche Einschätzungen dieser Belastung. Die Aktie gibt heute nach; die Tagesveränderung beträgt -4,1%.

Finanzierung mit zusätzlichem Verwässerungspotenzial

IonQ hat vor gut einer Woche seine Aktienplatzierung abgeschlossen. Dabei wurden 20.500.000 Stammaktien und 29.500.000 vorfinanzierte Optionsscheine ausgegeben. Der kombinierte öffentliche Angebotspreis lag jeweils bei 40,00 $.

Jede Aktie beziehungsweise jeder vorfinanzierte Optionsschein war mit zwei Optionsscheinen der Serie C verbunden. Damit beschränkt sich die Bewertung der Transaktion nicht auf die unmittelbar ausgegebenen Aktien. Für bestehende Aktionäre ist auch entscheidend, in welchem Umfang zusätzliche Aktien aus den Optionsrechten entstehen können.

Insgesamt umfasste die Platzierung 100.000.000 Optionsscheine der Serie C. Ihr Ausübungspreis beträgt 69,46 $. Diese Konditionen unterscheiden die mögliche spätere Aktienausgabe von der bereits abgeschlossenen Platzierung.

Medienberichten zufolge gehörte die Sorge vor Verwässerung zu den wesentlichen Gründen für den jüngsten Verkaufsdruck. Die Finanzierung bringt damit zwei gegenläufige Aspekte zusammen: IonQ erhält Kapital, während bestehende Anleger mögliche Veränderungen ihres anteiligen Eigentums berücksichtigen müssen.

Analysten gewichten die Belastung unterschiedlich

Rosenblatt Securities senkte am 15. Oktober das Kursziel von 100 $ auf 70 $. Das Haus begründete den Schritt mit der Verwässerung durch die Finanzierung und behielt seine Kaufempfehlung bei.

Die Einschätzung trennt damit zwischen einer niedrigeren Bewertung und einer weiterhin positiven Anlageempfehlung. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Ein deutlich reduziertes Kursziel bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Analysehaus seine grundsätzliche Haltung zur Aktie aufgibt.

Morgan Stanley reduzierte am 15. Oktober sein Kursziel von 49 $ auf 43 $. Die Einstufung blieb bei „Equal Weight“, also einer neutralen Gewichtung. Im selben Bericht bezeichnete das Haus den Wettbewerber Quantinuum als bevorzugten Wert im Quantenbereich.

Forschungspläne ersetzen keine Bewertung der Konditionen

Parallel zur Finanzierung eröffnete IonQ vor gut einer Woche gemeinsam mit der University of Cambridge das IonQ Quantum Innovation Centre am Cavendish Laboratory. Nach Unternehmensangaben ist dort der Einsatz eines Superion-Systems mit 256 Qubits geplant. Neun anfängliche Forschungsprojekte betreffen Hardware, Netzwerke, Chemie und Wirkstoffforschung.

Das Zentrum liefert einen operativen Gegenpunkt zur Finanzierungsdebatte. Die geplante Installation ist allerdings von der bereits erfolgten Eröffnung zu unterscheiden. Für die Aktie stehen deshalb Forschungsfortschritte und Finanzierungskonditionen nebeneinander: Die Projekte beschreiben Entwicklungsvorhaben, während die Optionsrechte bereits Bestandteil der abgeschlossenen Kapitalmaßnahme sind.