Iovance holt sich Verstärkung für die nächste Entwicklungsphase. Noah Berkowitz übernimmt zum 30. September 2026 den Posten des Chief Medical Officer. Der Mediziner bringt Erfahrung aus der Zulassung von Zell- und Krebstherapien mit.
Zulassungserfahrung als Argument
Berkowitz war zuletzt Medizinchef bei Arvinas Pharmaceuticals. Dort verantwortete er die klinische Strategie hinter der ersten FDA-Zulassung einer Therapie auf Basis gezielten Proteinabbaus. Zuvor leitete er bei Bristol Myers Squibb als Senior Vice President die Hämatologie und übergangsweise die Zelltherapie-Programme.
Seine Teams brachten die CAR-T-Therapien Abecma und Breyanzi zur Zulassung. Frühere Stationen führten ihn zu Novartis und ans National Cancer Institute. Der promovierte Molekularimmunologe kommt von der Columbia University.
Interims-CEO Frederick Vogt betont, das Unternehmen bereite wichtige Entwicklungs- und Zulassungsschritte für die TIL-Plattform in mehreren soliden Tumoren vor. Berkowitz soll helfen, die Therapie in neue Märkte, frühere Behandlungsphasen und weitere Krebsarten zu bringen. Er selbst spricht von einem „kritischen Wendepunkt“ für die Technologie.
Aktienpaket zum Einstand
Zum Start gewährte Iovance dem neuen Medizinchef Aktienoptionen und Restricted Stock Units auf bis zu 450.000 Aktien. Der Ausübungspreis der Optionen liegt bei 14,82 Dollar, dem Schlusskurs vom Vergabetag.
Die Papiere werden über drei Jahre gestaffelt frei. Ein Drittel wird nach dem ersten Jahr fällig, der Rest in acht Quartalsraten. Ein Teil der Restricted Stock Units hängt zusätzlich an regulatorischen Meilensteinen, nicht nur an der Zeit. Das koppelt die Vergütung direkt an Zulassungserfolge.
Einordnung
Auffällig ist die Personalie vor dem Hintergrund der Führungsfrage: Iovance wird derzeit von einem Interims-Chef geführt. Ein erfahrener Entwicklungsmanager an der klinischen Spitze gibt der Pipeline Kontinuität, während die Chefposition offen bleibt.
Operativ steht Amtagvi im Zentrum. Die Zelltherapie ist als erste zugelassene TIL-Behandlung für vorbehandeltes fortgeschrittenes Melanom in drei Märkten verfügbar und wird an knapp 100 Behandlungszentren angeboten. Auf Berkowitz wartet nun die Aufgabe, die Plattform auf weitere solide Tumoren auszuweiten, darunter genveränderte TIL-Therapien und Ansätze mit IL-12.
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