Nach einem Monat voller Rückschläge meldet sich IperionX zurück. Die Aktie des australischen Titan- und Kritikalmineral-Unternehmens legte am Dienstag um fast 11 Prozent zu — der stärkste Tagesgewinn seit Wochen. Allerdings bleibt der Weg zurück zum Jahreshoch noch weit.

Erholung nach hartem Monat

Der Kurs kletterte auf 2,63 Euro. Das klingt nach Aufbruchstimmung — ist aber Kontext nötig. In den vergangenen 30 Tagen hatte die Aktie rund 29 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Minus von über 20 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,09 Euro, erreicht im Januar 2026, trennt die Aktie fast die Hälfte ihres damaligen Werts.

Analysten bleiben dennoch konstruktiv. Canaccord Genuity bestätigte zuletzt am 25. Juni sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 8,90 australischen Dollar. Der Konsens liegt bei einem moderaten Kaufurteil und einem Kursziel von 8,58 australischen Dollar — weit über dem aktuellen Niveau.

Machbarkeitsstudie und Übernahme als Kurstreiber

Hinter der Volatilität steckt eine dichte Nachrichtenlage. Mitte Juni veröffentlichte IperionX die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für sein Titan-Projekt in der Nähe von Camden, Tennessee. Das Projekt soll Titan, Zirkon und seltene Erden aus einer einzigen heimischen Lagerstätte fördern. Die Studie weist einen Kapitalwert nach Steuern von 813 Millionen US-Dollar aus, eine interne Rendite von 39 Prozent und eine Amortisationszeit von 3,6 Jahren — bei einer geplanten Minenlaufzeit von 14 Jahren.

Kurz darauf folgte die nächste Meldung. Am 15. Juni vereinbarte IperionX den Kauf von Bergbau-Assets von Covia Holdings für 3 Millionen US-Dollar. Die US-Regierung hat das Unternehmen seit Januar 2023 mit insgesamt mehr als 60 Millionen US-Dollar gefördert.

Produktion läuft, Kapazität verdreifacht

Auf der Produktionsseite hat IperionX seinen Betrieb in Virginia vom Testbetrieb in den Dauerbetrieb überführt. Das Unternehmen installierte dort eine 300-Tonnen-Pulvermetallurgiepresse mit sechs Achsen. Die Maschine ermöglicht bis zu 11 Millionen Bauteile pro Jahr und bedient Kunden aus Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Industrie. Die Fertigungskapazität hat sich damit verdreifacht.

In der Kasse lagen zuletzt 48,2 Millionen US-Dollar — genug Puffer für die laufenden Projekte.

Die Lücke zwischen Kurs und Analystenzielen zeigt, dass der Markt die Ausführungsrisiken noch nicht vollständig eingepreist hat. Mit dem Übergang zur Serienproduktion in Virginia und dem anstehenden Hochlauf des Tennessee-Projekts dürfte die zweite Jahreshälfte 2026 zum eigentlichen Prüfstein für IperionX werden.