Der jüngste Kursrutsch bei IperionX hat sich am Donnerstag noch einmal beschleunigt. Die Aktie des Rohstoffunternehmens verlor 8,86 Prozent und schloss bei 2,26 Euro. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der in den vergangenen 30 Tagen bereits zu einem Wertverlust von über 31 Prozent geführt hat.

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle: die lang erwartete Machbarkeitsstudie für das Titan-Projekt in Tennessee. Die Studie bestätigt zwar das Potenzial der Lagerstätte – doch der Markt reagierte mit Skepsis.

Hohe Renditen, noch höhere Kosten

Die sogenannte Definitive Feasibility Study zeichnet ein zwiespältiges Bild. Über 14 Jahre geplante Laufzeit hinweg weist das Projekt einen Nettobarwert von 813 Millionen US-Dollar und eine interne Verzinsung von 39 Prozent aus. Der freie Cashflow soll bei rund 1,9 Milliarden Dollar liegen.

Doch der Weg dahin ist teuer. Phase 1 des Projekts schlägt mit 228,1 Millionen Dollar zu Buche, Phase 2 mit weiteren 153,2 Millionen Dollar. Die Anlage soll später jährlich unter anderem knapp 5.300 Tonnen Seltenerdkarbonate sowie 119.000 Tonnen Ilmenit produzieren.

Die Reserven sind mit 117 Millionen Tonnen und einem Schwermineralgehalt von 3,2 Prozent solide. Die technische Machbarkeit steht außer Frage.

Die große Finanzierungslücke

Das Problem sitzt tiefer. IperionX arbeitet aktuell defizitär und verfügt über eine kurze finanzielle Reichweite. Die 228 Millionen Dollar für den Baubeginn sind nicht gesichert.

Anleger fürchten nun eine Kapitalerhöhung oder eine verwässernde Fremdfinanzierung. In einem volatilen Markt könnten die Konditionen zudem ungünstig ausfallen. Genau diese Unsicherheit drückt auf die Bewertung.

Die Markttechnik zeigt inzwischen Extremwerte. Der RSI liegt bei 29,4 Punkten – das ist die überverkaufte Zone. Der Kurs notiert 23 Prozent unter der 50-Tage-Linie und knapp 35 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Das 52-Wochen-Hoch von 5,09 Euro aus dem Januar liegt in weiter Ferne. Der aktuelle Kurs bedeutet einen Abschlag von mehr als 55 Prozent. Analysten bewerten das US-Listing dennoch mit „Moderate Buy“. Die Frage bleibt nur: Wie kommt IperionX an das Geld, um die Bohrer anlaufen zu lassen?