Die Aktie des Titan-Spezialisten IperionX befindet sich im freien Fall. Am Freitag schloss das Papier bei 2,43 Euro – ein Minus von 5,26 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Monatssicht beträgt das Minus fast 30 Prozent, seit Jahresanfang fehlen über 26 Prozent. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 5,09 Euro aus dem Januar hat sich der Kurs mehr als halbiert.
Doch die Analysten sehen das Unternehmen anders als der Markt.
Sechs Stimmen, fünf Kauflaute
Von sechs börsennotierten Analystenhäusern bewerten fünf IperionX mit „Kaufen“, nur eines mit „Verkaufen“. Der Konsens lautet „Moderat kaufen“. Das durchschnittliche Zwölfmonatskursziel liegt bei 60,33 Dollar – ein gewaltiger Sprung vom aktuellen Niveau.
Konkret empfehlen Roth MKM, BTIG Research und Alliance Global Partners die Aktie zum Kauf. B. Riley Financial senkte zwar das Kursziel von 58 auf 52 Dollar, bleibt aber bei „Kaufen“.
Insider kaufen Millionen ein
Ein starkes Signal kommt aus der Chefetage. Im zweiten Quartal erwarben Führungskräfte insgesamt 590.000 Aktien. Der Gegenwert: rund 2,57 Millionen Dollar.
Chairman Todd Hannigan kaufte 260.000 Stück, CEO Anastasios Arima 110.000. Die Einstiegskurse lagen zwischen 4,20 und 4,49 Dollar – deutlich über dem aktuellen Kurs. Hedgefonds halten derweil 2,76 Prozent der Anteile.
Technisch unter Druck
Der RSI von 39,2 Punkten zeigt: die Aktie nähert sich dem überverkauften Bereich, hat ihn aber noch nicht erreicht. Der Kurs liegt 18,76 Prozent unter der 50-Tage-Linie und knapp 30 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Die Volatilität ist mit annualisiert fast 80 Prozent extrem. Der März brachte mit 1,82 Euro sogar ein 52-Wochen-Tief.
Rückenwind aus Washington
Ein politischer Faktor spricht für IperionX. Ab Januar 2027 dürfen keine seltenen Erdmagnete chinesischer Herkunft mehr in US-Verteidigungssystemen verbaut werden. Das zwingt die Industrie zu mehr heimischen Lieferketten.
IperionX profitiert vom Trend zur Rohstoff-Unabhängigkeit des Westens. Die US-Armee sichert sich bereits eigene Verarbeitungskapazitäten in Utah und Texas.
Die Frage ist: reicht das aus, um den freien Fall zu stoppen? Der Markt traut es dem Unternehmen derzeit nicht zu.
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