IQM Quantum Computers drückt aufs Gas. Nach dem Debüt an der Nasdaq zeigt der erste umfassende Finanzbericht für 2026 eine deutliche kommerzielle Dynamik. Besonders die prall gefüllten Auftragsbücher ziehen das Interesse auf sich.
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das finnische Unternehmen einen Umsatz von 8,9 Millionen Euro. Der operative Verlust lag derweil bei 60,5 Millionen Euro. Grund dafür sind vor allem die massiven Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Auftragsbestand explodiert
Entscheidend für den Markt ist die aktuelle Auftragslage. Zum Stichtag Ende Juni lag der Backlog bei rund 69 Millionen Euro. Jüngste Vertragsabschlüsse trieben diese Summe bis zum 3. August auf über 102 Millionen Euro.
Ein wichtiger Treiber war die Integration eines Quantenrechners in die LUMI AI Factory. Hier trifft Quantenhardware auf einen der weltweit stärksten Supercomputer. Bisher verkaufte IQM insgesamt 26 Systeme, wovon 17 bereits ausgeliefert sind.
Die Bilanz wirkt nach dem SPAC-Börsengang im Juli solide. IQM verfügt über liquide Mittel in Höhe von 309,4 Millionen Euro. Dieses Kapital soll den Betrieb bis ins zweite Quartal 2028 finanzieren.
Sprung in den US-Markt
Parallel dazu gelang der Markteintritt in die USA. IQM belieferte im Juni das Oak Ridge National Laboratory des US-Energieministeriums. In Maryland entsteht zudem ein neues Technologiezentrum für den amerikanischen Markt.
Das Unternehmen expandiert ferner nach Japan und Spanien. Das Geschäftsmodell setzt dabei auf den Verkauf kompletter On-Premise-Systeme. Institutionen betreiben die Hardware so direkt in eigenen Rechenzentren statt über die Cloud.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 42 und 47 Millionen Euro an. Das Management erwartet einen Großteil davon erst im vierten Quartal. Dann stehen wichtige Abnahmen großer Systemprojekte an.
Auf technischer Ebene setzt IQM auf die neuen „Barbell Codes“. Diese sollen die Fehlerraten bei Quantenrechnern senken und weniger physische Qubits benötigen. Das Ziel bleibt ambitioniert: fehlertolerantes Quantencomputing bis zum Ende des Jahrzehnts.
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