Die Aktie des KI-Infrastruktur-Anbieters IREN setzt ihre Erholungsrally fort. Am Donnerstag schloss das Papier mit 49,95 Euro – ein Plus von 10,15 Prozent, nachdem bereits der Mittwoch einen ähnlichen Sprung gebracht hatte. Der zweitägige Anstieg katapultiert die Aktie wieder in die Nähe der Niveaus vor dem Ausverkauf Anfang Mai, als die Papiere von 66,51 Euro auf 54,85 Euro gefallen waren.
Auslöser der jüngsten Bewegung: Nvidias überraschend starke Quartalszahlen. Marktbeobachter werten IREN und andere KI-Cloud-Firmen zunehmend als Proxy-Wetten auf den KI-Infrastruktur-Boom. Entsprechend reagierten die Kurse am Donnerstag bereits im vorbörslichen Handel mit deutlichen Aufschlägen. Am Freitag notiert IREN mit 49,08 Euro rund 1,75 Prozent schwächer – ein leichter Rücksetzer bei weiter hohem Handelsvolumen.
Geschäft im Umbruch: Mining schrumpft, Cloud wächst
Die aktuelle Rally ist jedoch kein einfaches Wachstumsnarrativ. IRENs jüngste Quartalszahlen vom 7. Mai zeigen ein Unternehmen im Übergang. Der Gesamtumsatz für das am 31. März endende Fiskaldrittquartal fiel auf 124,5 Millionen Euro – ein Rückgang von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Nettoverlust weitete sich von 133,6 Millionen auf 213,1 Millionen Euro aus.
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Der Segmentmix erklärt das Spannungsfeld. Die KI-Cloud-Erlöse stiegen auf 28,9 Millionen Euro – fast eine Verdopplung zum Vorquartal. Gleichzeitig brachen die Bitcoin-Mining-Erlöse von 143,9 Millionen auf 95,6 Millionen Euro ein. IREN begründete den Rückgang mit einem tieferen durchschnittlichen Bitcoin-Kurs und der Stilllegung von Mining-Hardware vor der GPU-Installation.
Die entscheidende Frage für Anleger: Sind sie bereit, kurzfristige Verwerfungen im Mining-Geschäft zu ignorieren und stattdessen auf die KI-Cloud-Zukunft zu setzen? Die aktuellen Quartalszahlen zeigen noch, dass das alte Mining-Geschäft im März der größere Umsatzbringer blieb.
Milliarden-Ziele mit entscheidenden Haken
IREN gibt ambitionierte Ausbauziele vor. Bis Ende 2026 soll die Kapazität auf 480 Megawatt steigen. Ein Vertrag mit Microsoft sowie GPU-Ausbaustufen an mehreren Standorten sollen den annualisierten Run-Rate-Umsatz auf rund 3,2 Milliarden Euro hieven. Ein weiteres Ausbauziel peilt 3,7 Milliarden Euro bis Ende 2026 an.
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Die Feinprint-Angaben sind jedoch entscheidend: IREN betont, dass die 3,7 Milliarden Euro nicht vollständig kontrahiert sind. Die Summe basiert auf internen Annahmen zu GPU-Modellen, Auslastung und Preisen – und kann erheblich abweichen. Auch der bereits kontrahierte Umsatz von 3,1 Milliarden Euro enthält Erlöse, die noch nicht generiert werden, da GPUs noch geliefert und in Betrieb genommen werden müssen.
Bilanz unter Druck – Ausbau verschlingt Milliarden
Die Kapitalintensität des KI-Ausbaus wird zunehmend zum Thema. IREN meldete Barmittel von 1,9 Milliarden Euro zum 31. März, nach 2,8 Milliarden Euro im Dezember. Die Sachanlagen stiegen auf 3,8 Milliarden Euro. Der operative Cashflow war mit 64,8 Millionen Euro positiv, doch die Investitionsausgaben lagen bei 1,3 Milliarden Euro – davon knapp 816 Millionen für Sachanlagen und 349 Millionen für Computer-Hardware.
Die Markterwartung für das laufende Jahr ist klar: Die Federal Reserve peilt für 2026 null Zinssenkungen an, frühestens Dezember 2027 könnte der erste Schritt kommen. Ein Umfeld, das kapitalintensive Geschäftsmodelle unter Druck setzt. Für IREN entscheidet sich an der Frage, ob das Unternehmen die kontrahierte GPU-Kapazität schnell genug in fakturierbare Erlöse umwandeln kann, um die sinkenden Mining-Erlöse auszugleichen. Der jüngste Kursanstieg signalisiert erneutes Vertrauen in diese Wette – das Ausmaß des Ausbaus und der bilanziellen Belastung hält das Risiko indes präsent.
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