IREN steckt in einer schwierigen Phase. Das Unternehmen treibt seinen Umbau vom Bitcoin-Miner zum Infrastruktur-Anbieter für künstliche Intelligenz (KI) zwar aggressiv voran. Massive Kritik an der Unternehmensführung und neue Konkurrenz durch Tech-Giganten belasten jedoch die Stimmung.
Kritik an Millionenzuteilung für Chefs
Der Verwaltungsrat bewilligte den Co-CEOs Daniel und William Roberts ein Aktienpaket im Wert von rund 800 Millionen Dollar. Diese 18 Millionen Anteile entsprechen etwa 17 Prozent des erwarteten bereinigten Nettoergebnisses bis zum Jahr 2030. Leerverkäufer wie Jim Chanos kritisieren vor allem die fehlenden Leistungsbedingungen für diese Zuteilung.
Die Sorge vor einer massiven Verwässerung der Anteile hinterließ tiefe Spuren im Chart. Die Aktie rutschte zuletzt auf 29,35 Euro ab. Innerhalb einer Woche verlor das Papier damit über 18,5 Prozent an Wert.
Analysten sind gespalten
JPMorgan verstärkte den Verkaufsdruck am Freitag. Die Bank setzte IREN auf ihre Short-Liste für das dritte Quartal. Die Analysten befürchten sinkende Margen bei der Vermietung von Grafikprozessoren (GPU) und steigende Betriebskosten.
Andere Häuser bleiben optimistisch. Macquarie sieht das Kursziel bei 90 Dollar, Jefferies bei 79 Dollar. Diese Experten verweisen auf die gesicherte Strominfrastruktur und das Portfolio von sechs Gigawatt an Landflächen.
Angriff durch Meta Platforms
Neue Konkurrenz droht durch Meta Platforms. Der Tech-Konzern will unter dem Namen „Meta Compute“ überschüssige Kapazitäten seiner gewaltigen Chip-Cluster verkaufen. Dieser Schritt könnte die Preismacht unabhängiger Anbieter wie IREN gefährden.
Trotz der Marktturbulenzen meldet das Unternehmen operative Fortschritte. Der vertraglich gesicherte Umsatz auf Jahresbasis erreichte zuletzt 3,1 Milliarden Dollar. In Oklahoma plant der Konzern einen neuen Rechenzentrums-Campus mit einer Kapazität von 1,6 Gigawatt.
Die kommenden Wochen bleiben für die Aktionäre entscheidend. Im August 2026 legt IREN den nächsten Quartalsbericht vor. Dieser wird Aufschluss über die tatsächliche Auslastung der neuen Blackwell-Hardware von NVIDIA geben.
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