Die Mietpreise für KI-Chips schießen in die Höhe und spielen IREN direkt in die Karten. Der Umbau vom Krypto-Miner zum Neocloud-Anbieter verspricht Milliardenumsätze. Hinter den Kulissen türmt sich allerdings ein massiver Schuldenberg auf, der Aktionäre zunehmend nervös macht.

Laut Analysten von SemiAnalysis kletterten die Mietpreise für Nvidia H-100-Chips seit Oktober um 40 Prozent. Diese Preisdynamik stützt die ehrgeizigen Umsatzziele von IREN massiv.

Allein der Deal mit Microsoft soll bei einer Kapazität von 200 Megawatt einen jährlichen Umsatz von 1,94 Milliarden US-Dollar einbringen. Für das laufende Jahr peilt das Management insgesamt wiederkehrende Einnahmen von 3,4 Milliarden US-Dollar an.

Teurer Umbau drückt auf die Bilanz

Der Wechsel zur KI-Infrastruktur verschlingt Unsummen. Die Schuldenlast kletterte durch massive Hardware-Käufe auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Um die gigantischen GPU-Bestellungen zu finanzieren, legte das Unternehmen ein Aktienverkaufsprogramm über sechs Milliarden US-Dollar auf.

Diese drohende Verwässerung ruft Leerverkäufer auf den Plan. Die Short-Quote der Aktie liegt mittlerweile bei 16 Prozent.

An der Börse notiert das Papier aktuell bei rund 48 US-Dollar. Damit hat sich der Kurs von seinen Tiefständen im März spürbar erholt, liegt aber weiterhin knapp 38 Prozent unter dem Allzeithoch.

Die Wall Street blickt gespalten auf die Papiere. Zwar liegt das durchschnittliche Kursziel bei gut 72 US-Dollar. Freedom Capital warnt jedoch vor erheblichen Ausführungsrisiken im Vergleich zu etablierten Konkurrenten und stuft die Aktie lediglich auf „Halten“ ein.

Quartalszahlen als Härtetest

Das Marktumfeld verdichtet sich zusehends. Konkurrenten wie Nebius und CoreWeave sichern sich milliardenschwere Aufträge von Tech-Giganten. IREN punktet im Gegenzug mit vertikaler Integration: Das Unternehmen besitzt die Grundstücke sowie die ans Stromnetz angeschlossenen Rechenzentren.

Am 13. Mai muss das Management nun beweisen, dass dieses Modell in der Praxis funktioniert. Nach einem enttäuschenden Vorquartal erwarten Analysten für den anstehenden Bericht einen Umsatzsprung von 48 Prozent auf rund 219 Millionen US-Dollar. Verfehlt IREN diese Marke erneut, dürfte die Toleranz der Investoren für den teuren KI-Umbau rapide schwinden.