IREN hat gleich mehrere Nachrichten auf einmal zu verarbeiten, die für Anleger unterschiedlich schwer wiegen. Am bedeutsamsten dürfte die Meldung sein, dass Goldman Sachs Group eine Beteiligung von 9,4 Prozent an dem Unternehmen aufgebaut hat. Das geht aus einer am Mittwoch eingereichten Schedule-13G-Mitteilung hervor, in der die Bank 33,64 Millionen IREN-Aktien ausweist. Damit reiht sich Goldman Sachs neben Bank of America ein, die zum 30. Juni bereits 21,03 Millionen Aktien und damit 5,8 Prozent der Anteile hielt.

Zwei Schwergewichte an Bord

Dass zwei der größten US-Banken innerhalb kurzer Zeit zweistellige Millionenpositionen in IREN aufgebaut haben, unterstreicht das gestiegene institutionelle Interesse an dem Unternehmen. Für Anleger ist das ein Signal, dass die jüngste Wachstumsstory bei großen Kapitalgebern Anklang findet – unabhängig von der Frage, ob es sich um reine Marktpositionierung oder eine fundamentale Überzeugung handelt.

Am Mittwoch bestätigte Bernstein-Analyst Gautam Chhugani seine Einstufung „Outperform“ für IREN und beließ das Kursziel bei 100 Dollar. Damit bleibt Bernstein trotz der volatilen Kursentwicklung der vergangenen Monate optimistisch gestimmt.

Horizon 1 abgenommen, Mirantis integriert

Operativ hat IREN in dieser Woche einen wichtigen Meilenstein erreicht: Microsoft hat die Rechenzentrumsanlage Horizon 1 offiziell abgenommen. Parallel dazu erhielt IREN von NVIDIA den Status als „Exemplar Cloud“ für die GB300-NVL72-Plattform – eine Auszeichnung, die die technische Reife der Infrastruktur unterstreicht. Beide Meldungen fallen in dieselbe Woche und verstärken den Eindruck, dass das Unternehmen bei seinen Großkunden liefert.

Bereits Anfang August hatte IREN die Übernahme von Mirantis abgeschlossen. Die Transaktion wurde über 13.673.894 eigene Aktien sowie rund 40 Millionen Dollar in bar und weiteren Gegenleistungen abgewickelt. Die Integration des Unternehmens soll die Cloud-Sparte von IREN technologisch verbreitern.

Regulatorischer Gegenwind aus Texas

Nicht alle Nachrichten der vergangenen Tage sind für die Branche günstig. Texas‘ Gouverneur Greg Abbott hat die Public Utility Commission und den Netzbetreiber ERCOT angewiesen, sämtliche Rechenzentrumsprojekte in der Anschlusswarteschlange des Bundesstaates zu prüfen.

Betroffen ist eine angemeldete Kapazität von mehr als 474 Gigawatt. Medienberichten zufolge könnte diese Überprüfung die Genehmigungsprozesse für neue Data-Center-Kapazitäten in Texas verzögern – ein Risiko, das auch IREN als Betreiber energieintensiver Anlagen im Blick haben muss.

Blick auf die Zahlen Ende August

Konkreter wird es für Anleger am 27. August: Dann veröffentlicht IREN um 17 Uhr Eastern Time seine Finanzergebnisse für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 2026. Die Aktie notiert aktuell bei 38,32 Euro und damit 1,8 Prozent niedriger als am Vortag, bleibt aber mit einem Plus von 134 Prozent auf Zwölfmonatssicht deutlich im positiven Bereich.

Die anstehenden Zahlen dürften zeigen, wie belastbar die zuletzt kommunizierten Wachstumsziele bei der annualisierten AI-Cloud-Umsatzrate tatsächlich sind – und ob das Vertrauen von Goldman Sachs und Bernstein durch die operative Substanz gedeckt ist.