IREN Aktie: Selbst ein Verlust?

IREN verzeichnet Umsatzplus, aber operative Verluste. Analysten sehen Potenzial im KI-Geschäft trotz schrumpfender Mining-Erlöse.

IREN Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt um 44 Prozent
  • Verlust je Aktie erwartet
  • KI-Erlöse kompensieren Mining-Rückgang
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlung

Wachstum auf dem Papier, Verluste in der Kasse — IREN steht am Mittwoch vor einem entscheidenden Test. Am 7. Mai legt das Unternehmen seine Quartalsergebnisse vor, und die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell das KI-Geschäft das schrumpfende Bitcoin-Mining ersetzen kann.

Umsatz wächst, Profitabilität fehlt

Analysten erwarten für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von rund 213 Millionen Dollar — ein Plus von knapp 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Ergebnis je Aktie rechnet der Konsens allerdings mit einem Verlust von 18 Cent. Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 11 Cent in den Büchern.

IREN hat die Erwartungen in den vergangenen vier Quartalen durchgehend verfehlt, mit einer durchschnittlichen negativen Überraschung von 205 Prozent. Der Markt preist für den Berichtstag eine Kursbewegung von rund zwölf Prozent in beide Richtungen ein.

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Mining bremst, KI beschleunigt

Der Druck auf die kurzfristigen Zahlen hat einen klaren Ursprung. Im zweiten Quartal brachen die Bitcoin-Mining-Erlöse um mehr als 28 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein — weil IREN Strom und Infrastruktur gezielt in Richtung KI-Workloads umlenkt. Abschreibungen auf veraltete Mining-Hardware summierten sich auf knapp 32 Millionen Dollar, nach 16 Millionen im Quartal zuvor. Diese Belastungen dürften sich im dritten Quartal fortsetzen.

Auf der anderen Seite steht ein KI-Geschäft, das Fahrt aufnimmt. Microsoft hat 1,9 Milliarden Dollar als Kundenvorkasse bereitgestellt, weitere 3,6 Milliarden Dollar decken rund 95 Prozent der GPU-Finanzierungskosten aus diesem Vertrag ab. Insgesamt hat IREN in den vergangenen acht Monaten 9,3 Milliarden Dollar an Finanzierungszusagen eingesammelt. Das Management beziffert den annualisierten Vertragsumsatz aktuell auf rund 2,3 Milliarden Dollar.

Analysten bleiben optimistisch

Wall Street hält trotz der Verlustphase an IREN fest. Cantor Fitzgerald senkte zwar das Kursziel von 82 auf 61 Dollar, bekräftigte aber die Overweight-Einstufung mit Verweis auf die langfristige KI-Infrastrukturnachfrage. B. Riley Securities bestätigte Anfang Mai sein Kaufvotum. Das durchschnittliche Kursziel von elf Analysten liegt bei 70,40 Dollar.

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Die Aktie spiegelt die Erwartungshaltung wider: Mit einem Plus von knapp 33 Prozent seit Jahresbeginn und einem Kurs von rund 48 Euro notiert sie deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — allerdings noch rund 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Das Handelsvolumen am Montag lag gut 31 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt.

Was der Ausblick zeigen muss

Neben den reinen Zahlen werden Investoren auf Angaben zur Auslastung der Rechenzentren, zum Stand der GPU-Deployments und zu neuen Vertragsabschlüssen achten. Kurz vor den Ergebnissen hat IREN die Übernahme von Mirantis bekanntgegeben, einem Anbieter von Cloud-Infrastruktur und Kubernetes-Orchestrierung — ein Schritt, der die eigene Softwarekompetenz stärken soll.

Das erklärte Ziel: 3,4 Milliarden Dollar annualisierter Vertragsumsatz bis Ende 2026. Ob dieser Pfad realistisch ist, werden die Zahlen vom 7. Mai erstmals konkret belegen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.