Wachstum auf dem Papier, Verluste in der Kasse — IREN steht am Mittwoch vor einem entscheidenden Test. Am 7. Mai legt das Unternehmen seine Quartalsergebnisse vor, und die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell das KI-Geschäft das schrumpfende Bitcoin-Mining ersetzen kann.
Umsatz wächst, Profitabilität fehlt
Analysten erwarten für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von rund 213 Millionen Dollar — ein Plus von knapp 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Ergebnis je Aktie rechnet der Konsens allerdings mit einem Verlust von 18 Cent. Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 11 Cent in den Büchern.
IREN hat die Erwartungen in den vergangenen vier Quartalen durchgehend verfehlt, mit einer durchschnittlichen negativen Überraschung von 205 Prozent. Der Markt preist für den Berichtstag eine Kursbewegung von rund zwölf Prozent in beide Richtungen ein.
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Mining bremst, KI beschleunigt
Der Druck auf die kurzfristigen Zahlen hat einen klaren Ursprung. Im zweiten Quartal brachen die Bitcoin-Mining-Erlöse um mehr als 28 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein — weil IREN Strom und Infrastruktur gezielt in Richtung KI-Workloads umlenkt. Abschreibungen auf veraltete Mining-Hardware summierten sich auf knapp 32 Millionen Dollar, nach 16 Millionen im Quartal zuvor. Diese Belastungen dürften sich im dritten Quartal fortsetzen.
Auf der anderen Seite steht ein KI-Geschäft, das Fahrt aufnimmt. Microsoft hat 1,9 Milliarden Dollar als Kundenvorkasse bereitgestellt, weitere 3,6 Milliarden Dollar decken rund 95 Prozent der GPU-Finanzierungskosten aus diesem Vertrag ab. Insgesamt hat IREN in den vergangenen acht Monaten 9,3 Milliarden Dollar an Finanzierungszusagen eingesammelt. Das Management beziffert den annualisierten Vertragsumsatz aktuell auf rund 2,3 Milliarden Dollar.
Analysten bleiben optimistisch
Wall Street hält trotz der Verlustphase an IREN fest. Cantor Fitzgerald senkte zwar das Kursziel von 82 auf 61 Dollar, bekräftigte aber die Overweight-Einstufung mit Verweis auf die langfristige KI-Infrastrukturnachfrage. B. Riley Securities bestätigte Anfang Mai sein Kaufvotum. Das durchschnittliche Kursziel von elf Analysten liegt bei 70,40 Dollar.
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Die Aktie spiegelt die Erwartungshaltung wider: Mit einem Plus von knapp 33 Prozent seit Jahresbeginn und einem Kurs von rund 48 Euro notiert sie deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — allerdings noch rund 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Das Handelsvolumen am Montag lag gut 31 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt.
Was der Ausblick zeigen muss
Neben den reinen Zahlen werden Investoren auf Angaben zur Auslastung der Rechenzentren, zum Stand der GPU-Deployments und zu neuen Vertragsabschlüssen achten. Kurz vor den Ergebnissen hat IREN die Übernahme von Mirantis bekanntgegeben, einem Anbieter von Cloud-Infrastruktur und Kubernetes-Orchestrierung — ein Schritt, der die eigene Softwarekompetenz stärken soll.
Das erklärte Ziel: 3,4 Milliarden Dollar annualisierter Vertragsumsatz bis Ende 2026. Ob dieser Pfad realistisch ist, werden die Zahlen vom 7. Mai erstmals konkret belegen.
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