ITM Power steckt in einer paradoxen Situation. Während das operative Geschäft voranschreitet, schicken Verkäufe die Aktie auf Talfahrt. Allein am Freitag verlor das Papier 4,49 Prozent an Wert.

Charttechnik unter Druck

Der Kursrückgang belastet das kurzfristige Bild deutlich. Aktuell notiert die Aktie bei 1,21 Euro. Vom Hoch bei 2,58 Euro hat sich der Kurs damit mehr als halbiert. Ein technischer Halt liegt nun bei 1,09 Euro. Dort verläuft die langfristige Durchschnittslinie.

Die fundamentale Entwicklung steht im Kontrast zur schwachen Stimmung an der Börse. Im Februar hob das Management die Umsatzprognose auf bis zu 43 Millionen Pfund an. Höhere Projektabschlüsse und effizientere Abrechnungen trieben die Erwartungen nach oben.

Massive Cash-Reserven

Parallel dazu sicherte sich ITM Power frisches Kapital. Eine Partnerschaft mit Great British Energy brachte dem Unternehmen eine Kapitalspritze. In der Folge stieg die Prognose für den Cash-Bestand zum Jahresende auf bis zu 215 Millionen Pfund. Dieser Puffer liegt deutlich über ursprünglichen Schätzungen.

Dazu kommen Fördergelder der britischen Regierung. Insgesamt stehen rund 86 Millionen Pfund für die neue „Chronos“-Technologie bereit. Damit will ITM Power eine automatisierte Fertigungslinie aufbauen. Das Ziel ist eine Produktionskapazität von einem Gigawatt.

Entscheidung im August

CEO Dennis Schulz sieht in der Expansion den Schlüssel zu niedrigeren Kosten. Das Unternehmen stellt derzeit seine Produktpalette auf standardisierte Systeme um. Dieser Schritt soll die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Abhängigkeit von alten Verträgen verringern.

Im August veröffentlicht ITM Power die geprüften Jahresergebnisse. Dann muss das Management beweisen, dass die angehobenen Ziele erreicht wurden. Besonders der Auftragsbestand von zuletzt 152 Millionen Pfund wird darüber entscheiden, ob die Wende gelingt.