Anhaltende Verzögerungen bei großen Wasserstoffprojekten bremsen den Optimismus rund um ITM Power. Das Analysehaus Peel Hunt bestätigte gestern die Einstufung für die Aktie mit „Hold“ und bezifferte das Kursziel auf 92,0 Pence. Trotz einer operativen Stabilisierung verweisen die Analysten auf das zögerliche Anlaufen industrieller Großprojekte, das die gesamte Branche weiterhin spürbar belastet.

Gedämpfte Erwartungen trotz verbesserter Verlustprognose

Die vorsichtige Haltung der Marktbeobachter folgt auf eine Anpassung der Finanzziele. ITM Power hebt den EBITDA-Ausblick an und rechnet für das am 30. April 2026 beendete Geschäftsjahr mit einem bereinigten EBITDA-Verlust von 20 bis 21 Millionen Pfund.

Gegenüber der ursprünglichen Prognose entspricht das einer Verbesserung um 27 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 38 Prozent. Die Vorgaben für den Umsatz sowie für die Liquiditätslage beließ das Management jedoch unverändert.

Die Einsparungen zeigen zwar Wirkung auf der Kostenseite. Auf der anderen Seite bleiben die langfristigen Wachstumstreiber entscheidend vom Tempo abhängig, mit dem Kunden finale Investitionsentscheidungen für Wasserstoffinfrastruktur treffen. Im Handel notiert das Papier heute bei 1,09 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 51 Prozent.

Wichtige Unternehmenstermine im Oktober

Klarheit über das abgeschlossene Geschäftsjahr erhalten Anleger in Kürze. Am 19. Oktober 2026 wird ITM Power die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 präsentieren. Das Management stellt die Zahlen um 9:00 Uhr im Rahmen einer Präsentation für Analysten und Investoren vor.

Wenig später folgt das nächste Firmentreffen. Die ordentliche Hauptversammlung ist für den 30. Oktober 2026 angesetzt. Der vollständige Geschäftsbericht wird allerdings nicht auf diesem Treffen vorgelegt, sondern soll erst auf einer späteren Generalversammlung folgen.

Außerplanmäßige Transaktion im Führungskreis

Neben den strategischen Weichenstellungen verzeichnete das Unternehmen zu Monatsbeginn einen formalen Meldepflicht-Vorfall. Am 1. Oktober wurden 111 Stammaktien aus dem Bestand von Finanzvorständin Amy Grey zu einem Preis von 1,0053 Pfund je Anteilsschein veräußert.

Der Verkauf erfolgte durch ihre Depotbank zur Begleichung aufgelaufener Kontoführungsgebühren und wurde nach Unternehmensangaben ohne Kenntnis oder Weisung der Finanzchefin als Ausnahmefall abgewickelt.