Anleger von ITM Power blicken mit Spannung auf den 15. September, wenn der britische Spezialist für Elektrolyseure seine nächsten Finanzergebnisse vorlegen wird. Im Vorfeld dieses Termins haben Mitglieder der Führungsebene ein deutliches Zeichen gesetzt und eigene Mittel in das Unternehmen investiert.

Diese Käufe fallen in eine Phase, in der sich das Papier operativ durch Großprojekte in Deutschland und staatliche Förderzusagen in der Heimat stabilisieren konnte. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert bereits ein Plus von 70 %.

Insiderkäufe im Vorfeld der Finanzergebnisse

Mitte August nutzten mehrere Vorstandsmitglieder das „Buy as You Earn“-Programm des Unternehmens, um ihre Bestände aufzustocken. Wie aus Pflichtmitteilungen hervorgeht, erwarben sowohl der Vorstandsvorsitzende Dennis Schulz als auch der technische Direktor Simon Bourne jeweils 136 Partnership-Aktien zu einem Preis von 1,103 Britischen Pfund pro Stück. Im Rahmen des Programms wurden diese Käufe durch das Unternehmen im Verhältnis eins zu eins gematcht.

Besonders deutlich fiel die Aufstockung bei der Finanzchefin Amy Grey aus. Die neu in das Programm aufgenommene CFO erwarb 814 Anteile, was einen kumulierten Beitrag über drei Monate widerspiegelt.

Solche Transaktionen durch das Management werden am Markt häufig als Vertrauensbeweis gewertet, insbesondere wenn sie so kurz vor der Veröffentlichung detaillierter Geschäftszahlen erfolgen. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei einem Kurs von 1,23 €, womit die Notierung etwa 8,6 % über ihrem 200-Tage-Durchschnitt liegt.

Industrielle Fortschritte und staatliche Millionen-Förderung

Neben den personellen Signalen stützen operative Meilensteine die Erwartungen der Investoren. Vor rund einem Monat markierte die erste Produktion von grünem Wasserstoff im RWE-Elektrolysewerk in Lingen einen wesentlichen Erfolg für ITM Power. Der dort erzeugte Wasserstoff wird über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline zum Chemiepark von Evonik in Marl geliefert.

Das Projekt GET H2 Nukleus dient dabei als Referenz für die Skalierbarkeit der PEM-Elektrolyse im industriellen Maßstab. Gemeinsam mit Linde Engineering stattet ITM Power dort zwei 100-Megawatt-Anlagen aus und bereitet den kommerziellen Hochlauf auf insgesamt 200 Megawatt vor.

Flankiert wird diese Entwicklung durch finanzielle Unterstützung seitens der britischen Regierung. Im Juli wurde dem Unternehmen formell ein Zuschuss in Höhe von 46,5 Millionen Britischen Pfund gewährt.

Diese Mittel aus dem Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) sind für den Aufbau einer 1-Gigawatt-Fertigungslinie vorgesehen. Dort soll die nächste Generation der CHRONOS-Stack-Plattform produziert werden, was die Kapazitäten des Herstellers massiv erweitern dürfte.

Analysten mahnen trotz strategischer Partnerschaften zur Vorsicht

Trotz der Kursrallye im laufenden Jahr und neuer Partnerschaften, wie der im Juni vereinbarten Kooperation mit Protium Green Solutions für Projekte in Schottland, bleiben einige Analysten zurückhaltend. Die Experten von JPMorgan bestätigten Anfang August ihre Einstufung mit „Hold“. In ihrer Analyse verwiesen sie auf bestehende Risiken bei der operativen Umsetzung der Großprojekte sowie auf die aktuelle Bewertung des Unternehmens.

Bereits im April hatte eine Kooperation mit dem deutschen Rüstungs- und Technologiekonzern Rheinmetall für Aufsehen gesorgt, in deren Folge die Marktkapitalisierung zeitweise deutlich anstieg. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Belieferung von dezentralen Anlagen zur Herstellung von E-Fuels in ganz Europa.

Ob diese strategischen Weichenstellungen bereits im kommenden Finanzbericht Früchte tragen, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob die Aktie ihren Abstand zum 52-Wochen-Tief von 0,6480 € weiter ausbauen kann.