ITM Power Aktie: Rheinmetall-Deal für NATO-Wasserstoff

ITM Power verzeichnet Rekordumsatz und Kursrallye durch Rheinmetall-Kooperation, kämpft aber mit steigenden Verlusten und hoher Bewertung.

ITM Power Aktie
Kurz & knapp:
  • Kooperation mit Rheinmetall als Kurstreiber
  • Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund
  • Vorsteuerverlust auf 45,4 Millionen Pfund gestiegen
  • Morgan Stanley sieht Kurspotenzial über Konsens

Mehr als 400 Prozent Kursgewinn binnen eines Jahres — und trotzdem liegt der Analysten-Konsens fast 45 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Bei ITM Power klaffen Markteuphorie und Bewertungsrealität weit auseinander.

Rheinmetall als Kurstreiber

Den stärksten Impuls lieferte die Mitte April bekannt gegebene Kooperation mit Rheinmetall. Der deutsche Rüstungskonzern baut mit seinem Giga-PtX-Projekt ein europaweites Netzwerk dezentraler Synthesekraftstoffanlagen für NATO-Streitkräfte auf. ITM Power liefert die Elektrolysetechnologie — jede Anlage soll bis zu 50 MW Kapazität haben und jährlich bis zu 7.000 Tonnen E-Kraftstoff produzieren. Zunächst liegt der Fokus auf dem britischen Markt.

Rheinmetall arbeitet bei dem Projekt auch mit dem Alkalielektrolyseur-Hersteller Sunfire zusammen; Ineratec steuert Fischer-Tropsch-Synthese bei, Greenlyte Carbon Technologies die COâ‚‚-Abscheidung aus der Luft.

Umsatz steigt, Verluste auch

Das operative Bild ist zweigeteilt. Für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026 meldete ITM Power einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund, getragen vor allem durch Geräteverkäufe. Die Jahresguidance wurde daraufhin auf 40 bis 43 Millionen Pfund angehoben — zuvor lautete die Spanne 35 bis 40 Millionen Pfund.

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Hinzu kommt eine Kapazitätsreservierung mit RWE über 150 MW der Neptune-V-Elektrolyseure, abrufbar bis 2027.

Die Verlustseite trübt das Bild jedoch erheblich. Der Vorsteuerverlust für das Jahr bis April 2025 weitete sich auf 45,4 Millionen Pfund aus, nach 27,1 Millionen Pfund im Vorjahr. Wachstum und rote Zahlen laufen derzeit parallel.

Bewertung: Optimisten gegen Konsens

Morgan Stanley hebt sich deutlich vom Markt ab. Die Bank stufte ITM Power auf „Overweight“ hoch, setzte das Kursziel auf 170 Pence und erwartet den EBITDA-Breakeven bereits im Geschäftsjahr 2028 — ein Jahr früher als der Konsens. Für diesen Meilenstein seien laut Morgan Stanley rund 200 MW an neuen Aufträgen ausreichend.

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Der breite Analysten-Konsens sieht das Kursziel bei 84,60 Pence. Beim letzten Schlusskurs von 154,80 Pence handelt die Aktie mehr als 117 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — ein Niveau, das fundamentale Fragen aufwirft.

Chronos-Entscheidung als nächster Prüfstein

Das Management hat die Führungsebene mit langfristigen Aktienprogrammen gebunden. CEO Dennis Schulz erhält neben regulären LTIP-Zuteilungen eine einmalige diskretionäre Zuteilung über 1,3 Millionen Aktien — geknüpft an anspruchsvolle Ziele, darunter profitable Verträge und die Lieferung des Chronos-Projekts.

Genau dieses Projekt wird im Juni zur Entscheidung fällig. Das Ergebnis dürfte zeigen, ob die aktuelle Bewertung auf einem tragfähigen Fundament steht oder ob der Markt der Entwicklung schlicht zu weit vorausgeeilt ist.

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