ITM Power hat seinen finanziellen Spielraum noch nicht in operative Profitabilität übersetzt. Die am Montag veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen kräftiges Umsatzwachstum und einen geringeren bereinigten Betriebsverlust.
Für Anleger liegt der entscheidende Prüfstein deshalb nicht allein im Auftragspotenzial: Das Unternehmen muss auch den weiteren Rückgang seiner Liquidität begrenzen. Ein geplantes Wasserstoffprojekt bietet eine Perspektive, bleibt aber von weiteren Entscheidungen abhängig.
Mehr Umsatz, weiterhin Verluste
Im Geschäftsjahr 2026 erzielte ITM Power einen Umsatz von 43,6 Millionen £. Das entsprach einem Zuwachs von 68%.
Das Wachstum ging mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses einher. Von einem ausgeglichenen Ergebnis auf bereinigter EBITDA-Basis ist das Unternehmen allerdings weiterhin entfernt. Umsatzsteigerung und Profitabilität sind damit zwei unterschiedliche Maßstäbe für die weitere Entwicklung.
Der bereinigte EBITDA-Verlust verringerte sich auf 20,2 Millionen £ nach zuvor 33,0 Millionen £. Zum Geschäftsjahresende verfügte ITM Power über liquide Mittel von 215,6 Millionen £.
Dieser Bestand schafft finanziellen Spielraum. Er ist jedoch kein Beleg dafür, dass das Geschäft bereits ohne weiteren Mittelverbrauch auskommt. Der vor rund zwei Wochen behandelte Ausblick sieht weiterhin einen bereinigten EBITDA-Verlust und einen niedrigeren Kassenbestand vor.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet ITM Power einen Umsatz von 50 bis 60 Millionen £.
Die Prognose setzt damit auf weiteres Wachstum. Zugleich bleibt die Verlustbegrenzung ein eigenständiges Ziel: Höhere Erlöse allein reichen noch nicht aus, um ein positives bereinigtes Betriebsergebnis zu erreichen.
Der erwartete bereinigte EBITDA-Verlust liegt bei 17 bis 20 Millionen £. Für das Geschäftsjahresende stellt ITM Power liquide Mittel von 170 bis 180 Millionen £ in Aussicht.
Projektpotenzial ist noch kein gesicherter Betrieb
Eine zusätzliche Perspektive eröffnet die vor rund zwei Wochen behandelte Eckpunktevereinbarung der Tochter Hydropulse mit einer europäischen Ölraffinerie. Sie betrifft ein geplantes Projekt für grünen Wasserstoff auf Basis der Alpha-Plattform von ITM Power. Die Vereinbarung ist damit ein Entwicklungsschritt, aber noch keine abgeschlossene Investitionsentscheidung.
Vorgesehen sind eine Leistung von 150 MW und eine geplante Vereinbarung über zehn Jahre.
Eine gemeinsame technische Vorstudie läuft bereits. Für die Bewertung ist diese Unterscheidung wichtig: Zwischen vereinbarten Eckpunkten und produzierendem Betrieb liegen weitere Projektphasen. Das Vorhaben sollte deshalb nicht mit einem bereits realisierten Geschäft gleichgesetzt werden.
Die endgültige Investitionsentscheidung wird für 2027 angestrebt. Der Produktionsbeginn wird für 2029 erwartet.
Für Anleger stehen somit zwei Ebenen nebeneinander: Das bestehende Geschäft muss seine Verluste weiter reduzieren; das Raffinerieprojekt muss seine nächsten Entscheidungsschritte erreichen. Die Liquidität verbindet beide Themen. Sie gibt ITM Power Spielraum, während die Umsetzung der Wachstumsperspektiven noch Zeit benötigt.
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