Während die Aktie von ITM Power binnen 30 Tagen mehr als 15 Prozent verliert, greift der eigene Vorstandschef zu. Dennis Schulz kaufte am Mittwoch weitere Anteile des Wasserstoff-Spezialisten. Ein Signal, das in der aktuellen Marktlage aufhorchen lässt.
Schulz erwarb 134 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 112 Pence. Der Gesamtwert der Transaktion liegt bei umgerechnet rund 150 Pfund — eine kleine Summe, aber bereits der zweite Nachkauf des CEO in diesem Jahr. Schon im Mai hatte Schulz Aktien seines eigenen Unternehmens erworben.
Der Kauf fällt in eine Phase spürbarer Kursschwäche. Am Freitag schloss die Aktie bei 1,22 Euro, nach einem Minus von 9,67 Prozent innerhalb einer Woche. Trotzdem bleibt der Titel seit Jahresbeginn mit einem Plus von 69,18 Prozent klar im Aufwärtstrend.
Staatsgelder für neue Elektrolyseur-Fabrik
Der Insiderkauf folgt auf einen handfesten operativen Erfolg. Anfang Juli erhielt ITM Power offiziell einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund vom britischen Ministerium für Energiesicherheit und Netto-Null. Das Geld fließt in das Chronos-Projekt, eine neue Generation von Elektrolyseur-Stacks für die Wasserstoffproduktion.
Bereits im April hatte die staatliche Investitionsgesellschaft Great British Energy eine Kapitalspritze von 40 Millionen Pfund zugesagt. Beide Summen zusammen sollen den Aufbau einer automatisierten Fertigungslinie in Sheffield ermöglichen. Das Werk soll am Ende bis zu 1 Gigawatt Kapazität pro Jahr liefern und die Produktionskosten für grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab senken.
Diese staatliche Rückendeckung dürfte den Nachkauf des CEO in einem anderen Licht erscheinen lassen. Wer als Vorstandschef in einer Verlustphase eigenes Geld investiert, signalisiert Vertrauen in die längerfristige Strategie — selbst wenn die Kaufsumme selbst eher symbolisch bleibt.
Kurs unter Druck, aber über Vorjahresniveau
Die Aktie notiert derzeit gut 52 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2,58 Euro, das Ende Mai erreicht wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 0,648 Euro aus dem Februar besteht dagegen noch fast 89 Prozent Abstand. Diese Spanne zeigt: ITM Power bleibt ein volatiler Titel, dessen kurzfristige Bewegungen wenig über die fundamentale Entwicklung aussagen.
Der Insiderkauf allein dürfte den Kursverlauf nicht drehen. Er liefert Anlegern aber ein zusätzliches Datenpunkt neben den Fördermitteln aus Sheffield — ein Management, das trotz Rücksetzern selbst investiert.
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