Der Kurs hat sich innerhalb eines Monats mehr als verdoppelt. Jetzt verkauft der Technikchef — und die Analystengemeinde streitet darüber, ob das erst der Anfang oder bereits das Ende der Rally ist.
CTO nutzt Optionen, Markt beobachtet genau
Am 30. April übte Simon Bourne, Chief Technology Officer von ITM Power, Optionen auf 1,33 Millionen Aktien aus dem firmeneigenen Optionsplan von 2010 aus — zu einem gewichteten Durchschnittspreis von gerade einmal 32 Pence je Aktie. Anschließend veräußerte er rund 873.000 dieser Papiere zu durchschnittlich 157,44 Pence. ITM Power bezeichnete die Transaktion als „Sell-to-Cover“-Vorgang, also einen Verkauf zur Deckung der steuerlichen Belastung aus der Optionsausübung. Bourne hält danach noch rund 657.000 Aktien — knapp 0,1 Prozent des ausgegebenen Kapitals.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Die Transaktion fand am letzten Handelstag vor dem Maifeiertag statt — genau in dem Kursbereich zwischen 157 und 159 Pence, der nun als technische Widerstandszone gilt.
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Morgan Stanley dreht das Steuer
Während Bourne Kasse machte, vollzog Morgan Stanley eine der auffälligsten Kehrtwenden der jüngeren Sektorgeschichte. Die Bank stufte ITM Power von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 60 auf 170 Pence an. Begründung: Das Unternehmen könnte bereits im Geschäftsjahr 2028 EBITDA-Breakeven erreichen — ein Jahr früher als der Marktkonsens erwartet. Es ist das erste positive Rating, das Morgan Stanley einem Wasserstoff-Ausrüster seit fünf Jahren vergibt.
Die Bank sieht den Umsatz 2028 bei 169 Millionen Pfund — gegenüber einem Konsens von 109 Millionen Pfund. Im Bullenfall hält sie 300 Pence für möglich, im Bärenfall drohen 50 Pence.
Konsens liegt weit unter dem aktuellen Kurs
Nicht alle teilen diesen Optimismus. Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt bei 84,60 Pence — rund 45 Prozent unter dem aktuellen Handelsniveau. Berenberg hat zwar ein Kaufvotum, aber nur ein Kursziel von 110 Pence. UBS bleibt bei „Neutral“ mit 60 Pence Ziel und signalisiert damit, dass die Aktie den Fundamentaldaten deutlich vorausgeeilt ist.
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Technisch bestätigt sich das Bild: Der Relative-Stärke-Index erreichte 91,77 — ein Niveau, das historisch Konsolidierungsphasen ankündigt. Die Aktie notiert 117 Prozent über ihrer 200-Tage-Linie.
Solide Basis, aber ein entscheidender Vorbehalt
Das operative Fundament ist nicht ohne Substanz. ITM Power hob die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 40 bis 43 Millionen Pfund an. Das Auftragsbuch umfasst 152 Millionen Pfund, 71 Prozent der Verträge gelten als profitabel. Die Nettobarreserven von 215 Millionen Pfund decken die aktuelle Cash-Burn-Rate laut Analysten etwa fünffach ab.
Der größte Unsicherheitsfaktor bleibt ein staatliches Förderprogramm über 86,5 Millionen Pfund für eine neue automatisierte Produktionslinie der nächsten Elektrolyseur-Generation „Chronos“. Die Mittel sind zugesagt, stehen aber noch unter Beihilfevorbehalt — die EU-Entscheidung wird für Juni 2026 erwartet. Ein grünes Licht würde den Weg zur angestrebten Gigawatt-Produktionskapazität freimachen und wäre der konkrete Beweis, dass der Kursanstieg mehr als Vorschusslorbeeren widerspiegelt.
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