Jasper Therapeutics steht mit dem Rücken zur Wand. Das Biotech-Unternehmen hat offiziell eine umfassende Prüfung seiner strategischen Optionen eingeleitet. Von einem Verkauf des gesamten Unternehmens bis hin zur geordneten Abwicklung liegt derzeit alles auf dem Tisch.

Überlebenskampf statt Wachstum

Der Vorstand sucht händeringend nach Wegen, um den Wert für die Aktionäre zu retten. Neben potenziellen Asset-Verkäufen prüft das Management auch Lizenzvereinbarungen oder Fusionen. Parallel dazu laufen Sparprogramme, um die knappe Liquidität zu schonen.

Die finanzielle Lage ist angespannt. Zum 31. März 2026 verfügte Jasper über liquide Mittel von 14,1 Millionen US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,2 Millionen US-Dollar.

Hohe operative Ausgaben belasten die Kasse massiv. Die Kosten für Forschung und Entwicklung beliefen sich zuletzt auf 5,8 Millionen US-Dollar. Hinzu kamen Verwaltungskosten in Höhe von 5,1 Millionen US-Dollar.

Briquilimab-Studie in Gefahr

Im Zentrum der klinischen Hoffnung steht der Antikörper Briquilimab. Das Mittel soll Mastzell-gesteuerte Krankheiten wie chronische Nesselsucht oder Asthma behandeln. Ein aktualisiertes Protokoll für eine Phase-2b-Studie reichte Jasper im Mai 2026 bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ein.

Ob diese Studie wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten kann, hängt allein von frischem Kapital ab. Der neue CEO Jeet Mahal übernimmt die Führung somit in einer Phase existenzieller Unsicherheit.

An der Börse spiegelt sich die Skepsis deutlich wider. Die Aktie verlor heute rund acht Prozent an Wert und notiert bei 0,39 US-Dollar. Seit Jahresbeginn ist das Papier um etwa 79 Prozent eingebrochen.

Die nächsten Schritte hängen vom Erfolg der strategischen Prüfung ab. Findet Jasper bis zum Jahresende keinen finanzstarken Partner oder Käufer, rückt eine Abwicklung der klinischen Programme näher.