Jazz Pharmaceuticals erlebte am Dienstag einen Kurssturz von 4,5% – und das, obwohl die Zahlen aus der Phase-3-Studie HERIZON-GEA-01 eigentlich Grund zum Jubeln boten. Der Widerspruch zwischen medizinischen Erfolgen und Marktreaktion wirft Fragen auf: Haben Anleger die Tragweite der Daten missverstanden?
Die am Dienstag veröffentlichten Resultate zeigen, dass Ziihera (Zanidatamab-hrii) in Kombination mit Chemotherapie bei HER2-positivem Magenkrebs das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod um etwa 35% senkt – verglichen mit der Standardtherapie Trastuzumab plus Chemotherapie. Das mediane progressionsfreie Überleben erreichte in beiden Ziihera-Armen 12,4 Monate, eine Verbesserung um mehr als vier Monate gegenüber der Kontrollgruppe.
Rekordwerte beim Gesamtüberleben
Noch beeindruckender fiel das Gesamtüberleben aus: In der Dreifachkombination mit dem PD-1-Hemmer Tislelizumab erreichte Ziihera 26,4 Monate – nach Unternehmensangaben der längste Wert, der jemals in einer Phase-3-Studie für diesen Krebstyp dokumentiert wurde. Das entspricht einer Verbesserung von über sieben Monaten und einer Reduktion des Sterberisikos um 28% verglichen zur Kontrollgruppe.
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Die Zweifachkombination aus Ziihera und Chemotherapie (ohne Tislelizumab) zeigte ein medianes Gesamtüberleben von 24,4 Monaten. Dieser Wert verfehlte allerdings bei der ersten Zwischenanalyse die statistische Signifikanz – eine weitere Auswertung ist für Mitte 2026 geplant. Elena Elimova vom Princess Margaret Cancer Centre bezeichnete das Erreichen von mehr als zwei Jahren medianem Gesamtüberleben als „wirklich beispiellos“.
Warum der Kursrutsch?
Baird-Analyst Brian Skorney sieht die Marktreaktion kritisch: Der Ausverkauf resultiere daraus, dass die Dreifachkombination die Zweifachkombination nur knapp übertroffen habe. Doch diese Interpretation greife zu kurz. Vielmehr zeigten die Daten, dass Zanidatamab die Hauptarbeit bei der Verbesserung der Behandlungsergebnisse leiste – unabhängig vom PD-L1-Status. Das Präparat sollte Herceptin ersetzen, egal ob Patienten zusätzlich mit PD-1-Hemmern behandelt werden oder nicht.
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Das Sicherheitsprofil entsprach den bekannten Nebenwirkungen von HER2-gerichteten Therapien und Immuntherapien. Als häufigste schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung trat Durchfall auf – in 24,5% der Fälle bei der Dreifachkombination und in 20% bei der Zweifachkombination. Neue Sicherheitssignale wurden nicht identifiziert.
Jazz wird die vollständigen Daten am 8. Januar 2026 beim ASCO-Gastrointestinal-Cancers-Symposium in San Francisco präsentieren und plant anschließend die Einreichung bei der FDA. Mit einer Marktkapitalisierung von 10,08 Milliarden Dollar und einem Kursplus von 43% im Jahresvergleich bleibt das Pharmaunternehmen trotz des jüngsten Rückschlags auf Wachstumskurs.
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