Jeld-WEN bricht eine lange Negativserie. Nach zehn Quartalen in Folge meldet der Hersteller von Türen und Fenstern erstmals wieder ein steigendes operatives Ergebnis. Das sorgt für vorsichtigen Optimismus am Markt.

Im zweiten Quartal 2026 kletterte das bereinigte EBITDA auf 42,3 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor mit einem deutlich schwächeren Ergebnis gerechnet.

Die operative Marge verbesserte sich parallel dazu auf 5,2 Prozent. Das Management führt diesen Zuwachs auf strikte Sparmaßnahmen und höhere Produktivität zurück. Diese Effekte glichen die Preissteigerungen bei Rohstoffen und die schwache Nachfrage teilweise aus.

Die Liefertreue in Nordamerika nähert sich derweil wieder der wichtigen Marke von 90 Prozent. Das Management sieht darin eine notwendige Basis, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

Licht und Schatten in den Regionen

Der Konzernumsatz sank leicht um 0,7 Prozent auf 817,8 Millionen Dollar. Besonders der Kernmarkt Nordamerika bereitet Sorgen. Dort fielen die Erlöse auf 529 Millionen Dollar zurück. Im Vorjahr lagen sie noch bei 556 Millionen Dollar.

Europa lieferte einen positiven Kontrapunkt. Die Umsätze stiegen hier um acht Prozent auf 289 Millionen Dollar. Währungseffekte und Preisanpassungen stützten dieses Wachstum maßgeblich.

Barclays reagiert auf Zahlenwerk

Barclays reagierte prompt auf die operativen Fortschritte. Die Bank hob das Kursziel für Jeld-WEN von 1,50 auf 2,00 Dollar an. Die Experten bleiben jedoch bei ihrer Einstufung auf „Hold“.

Die Konzernführung präzisierte ihre Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll zwischen 3,1 Milliarden und 3,2 Milliarden Dollar liegen. Beim bereinigten EBITDA peilt Jeld-WEN nun einen Wert von bis zu 150 Millionen Dollar an.

Finanzielle Altlasten bremsen

Probleme bereitet weiterhin der Cashflow. Das Unternehmen erwartet für 2026 einen Mittelabfluss von rund 75 Millionen Dollar. Einmalige Kosten für den Konzernumbau belasten die Liquidität erheblich.

Anleger fokussieren sich nun auf die anstehende Refinanzierung der Schulden. Die strategische Überprüfung des Europageschäfts läuft parallel weiter, wobei ein Verkauf als Option im Raum steht. Verbindliche Zusagen für eine Veräußerung gab das Management bislang nicht bekannt.