JinkoSolar treibt den Ausbau seines Speichergeschäfts in Zentraleuropa massiv voran. Die Tochtergesellschaft Jinko ESS hat einen Liefervertrag über 100 Megawattstunden (MWh) mit dem Partner everyray unterzeichnet. Der Deal markiert einen wichtigen Schritt weg vom reinen Modulgeschäft hin zu integrierten Energielösungen.

Strategischer Schwenk auf Energiespeicher

Der Konzern reagiert damit auf das schwierige Umfeld in der globalen Solarbranche. Der Markt für Module steht unter Preisdruck, indes wächst das Segment der Energiespeicher (ESS) rasant. Im ersten Quartal 2026 stiegen die ESS-Auslieferungen um mehr als 350 Prozent auf rund 1,42 Gigawattstunden.

Der Großteil dieser Speicher ging in den Export. Das Management rechnet damit, dass sich das Volumen im Gesamtjahr 2026 mehr als verdoppeln wird. Parallel dazu setzt das Unternehmen auf technologische Innovation. JinkoSolar hält weltweit mehr als 5.700 Patente, davon über 700 im Bereich der N-Type TOPCon-Technologie.

Erholung auf niedrigem Niveau

An der Börse sorgte die Nachricht zuletzt für eine leichte Entspannung. Die Aktie stieg am Freitag auf 14,42 Euro. Damit distanziert sich das Papier ein Stück weit von seinem 52-Wochen-Tief bei 13,20 Euro.

Trotz der aktuellen Kursgewinne bleibt die langfristige Bilanz schwach. Das Minus seit Jahresbeginn summiert sich auf über 36 Prozent. Die Expansion in Zentraleuropa zeigt allerdings, dass JinkoSolar seine Abhängigkeit vom Panel-Verkauf erfolgreich reduziert. Der neue 100-MWh-Vertrag stützt die Prognose eines deutlich höheren Speicher-Absatzes für das laufende Jahr.