JinkoSolar hat ein neues 12-Monats-Tief hinter sich gelassen. Am Donnerstag fiel die Aktie auf 12,64 Euro. Am Freitag folgte die Gegenbewegung.

Erholung nach hartem Rücksetzer

Der Kurs schloss am Freitag bei 13,22 Euro, ein Plus von 2,64 Prozent zum Vortag. Damit steht am Ende der Woche ein Zuwachs von 1,23 Prozent. Der Blick aufs Gesamtjahr bleibt trotzdem düster: Seit Januar hat die Aktie 41,76 Prozent verloren.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 27,45 Euro trennen JinkoSolar nun fast 52 Prozent. Der Solarsektor kämpft weltweit mit Überkapazitäten und Preisdruck. JinkoSolar bekommt das besonders deutlich zu spüren.

Speicher-Deal in Deutschland

Während der Kurs unter Druck stand, hat das Unternehmen operativ nachgelegt. Die Tochtergesellschaft Jinko ESS unterschrieb Ende Juli einen Vertrag über ein 40-Megawattstunden-Batteriespeicherprojekt in Deutschland. Partner ist das Unternehmen Eturn.

Zum Einsatz kommt die Plattform „Jinko ESS Tera“, ausgelegt für große Versorgungsprojekte. Der Deal zeigt eine klare Richtung: JinkoSolar will sich vom reinen Modulhersteller zum Anbieter kompletter Energielösungen entwickeln. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle, denn das Land braucht für seine Energiewende mehr Netzstabilität.

Gute Noten von Ratingagenturen

Neben dem Speicherprojekt gibt es weitere positive Signale aus der Industrie. JinkoSolar hält im aktuellen PV Tech Bankability-Rating für das zweite Quartal 2026 weiterhin die Bestnote „AAA“. Diese Einstufung erleichtert Projektentwicklern die Finanzierung von Solaranlagen mit Jinko-Modulen erheblich.

Auch die Speichersparte punktet: Wood Mackenzie vergab an Jinko ESS Ende Juli die Note „Grade A“ als BESS-Integrator. Die Botschaft dahinter: Technisch und operativ steht der Konzern solide da, auch wenn die Börse skeptisch bleibt.

Charttechnik zeigt erste Erholungszeichen

Der Sprung vom Tief hat auch charttechnisch Spuren hinterlassen. Der 14-Tage-RSI liegt inzwischen bei 39,8. Die Aktie verlässt damit die überverkaufte Zone, ein neutrales Niveau ist aber noch nicht erreicht.

Bis zum 50-Tage-Durchschnitt bei 15,58 Euro ist es trotzdem noch ein weiter Weg. Aktuell liegt der Kurs gut 15 Prozent darunter. Diese Marke dürfte als nächster Widerstand fungieren.

Die nächste wichtige Wegmarke fällt auf den 27. August 2026. Dann veröffentlicht JinkoSolar die Zahlen für das zweite Quartal. Anleger werden vor allem darauf schauen, ob sich die Margen nach der Phase intensiven Wettbewerbs im N-Type-TOPCon-Segment stabilisieren.