Heute legt Johnson & Johnson seine Q3-Zahlen vor, und die Pharmasparte liefert kurz davor frische Studiendaten. Beim Darmleiden Morbus Crohn zeigt das Medikament Tremfya in Untergruppen konsistente Ergebnisse bei Analfisteln.
Neue Daten aus der FUZION-Studie
Der Konzern stellte die Auswertungen auf der Jahrestagung des American College of Gastroenterology vor. Es handelt sich um vorab festgelegte Subgruppenanalysen der Phase-3-Studie FUZION. Sie gilt als erste dedizierte, randomisierte und placebokontrollierte Phase-3-Studie bei Crohn-Patienten mit perianaler Fistel seit mehr als 20 Jahren.
In der Gesamtpopulation erreichten nach 24 Wochen 28 Prozent der Patienten mit Tremfya (100 Milligramm alle acht Wochen) eine kombinierte Fistelremission. Bei 200 Milligramm alle vier Wochen waren es 27 Prozent. Unter Placebo lag die Quote bei 10 Prozent.
Als Remission gilt der vollständige Verschluss aller äußeren Fistelöffnungen ohne Sekret, ohne neue Fisteln und ohne Flüssigkeitsansammlungen im MRT.
Wirkung in schwierigen Untergruppen
Besonders deutlich fiel der Abstand bei Patienten mit höherer luminaler Krankheitsaktivität aus. Dort erzielten 30 beziehungsweise 21 Prozent eine Remission, unter Placebo kein einziger Patient. Bei Patienten, die bereits Biologika erhalten hatten, lagen die Raten bei 21 und 29 Prozent gegenüber 5 Prozent.
Ob Proktitis vorlag, spielte kaum eine Rolle. Mit Proktitis erreichten 26 und 27 Prozent eine Remission, ohne sie 29 und 27 Prozent. Die Placebo-Werte lagen bei 12 und 10 Prozent. Die Nebenwirkungen entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil. Eine Perianalfistel betrifft nach Unternehmensangaben fast jeden vierten Crohn-Patienten. Tremfya ist in den USA bereits für mittelschwere bis schwere Formen von Morbus Crohn zugelassen.
Zahlen am Nachmittag
Die Aktie schloss am Montag bei 263,73 Dollar und legte damit knapp ein Prozent zu. Nachbörslich ging es leicht weiter nach oben. Heute um 12:20 Uhr deutscher Zeit stehen die Quartalszahlen an, zeitgleich mit einem dichten Berichtstag großer US-Konzerne, darunter UnitedHealth, JPMorgan und Wells Fargo.
Für J&J dürfte der Blick auf den Tremfya-Umsatz im Quartal und auf mögliche Hinweise zur Indikationserweiterung gehen. Die FUZION-Daten liefern dafür zusätzliches Argumentationsmaterial.
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