Der US-Pharmariese Johnson & Johnson hat seine langfristigen Ambitionen untermauert und ein klares Ziel für das Ende des Jahrzehnts formuliert. Laut Medienberichten gab CEO Joaquin Duato bekannt, dass das Unternehmen eine klare Perspektive für ein zweistelliges Wachstum bis zum Jahr 2030 habe. Diese optimistische Einschätzung folgt auf das jüngste Zahlenwerk zum zweiten Quartal, das eine robuste Dynamik in den Kernbereichen des Konzerns belegt. Vor allem die Sparte Innovative Medicines erweist sich dabei als stabiler Pfeiler der Geschäftsstrategie.
Starke Medikamenten-Pipeline treibt Quartalsumsatz
Im abgelaufenen zweiten Quartal konnte der Konzern seinen Umsatz um 6,6 Prozent auf 25,3 Milliarden US-Dollar steigern. Maßgeblich verantwortlich für diesen Erfolg war das Segment Innovative Medicines, das allein 16,4 Milliarden US-Dollar zum Gesamtergebnis beitrug. Besonders hervorzuheben ist die Performance des Medikaments Tremfya, dessen Erlöse um 72,5 Prozent auf zwei Milliarden US-Dollar kletterten.
Auch das Präparat Darzalex lieferte mit einem Umsatz von 4,2 Milliarden US-Dollar einen signifikanten Beitrag zum Konzernergebnis. Für die weitere Zukunft setzt das Management zudem auf neue Produkte: Für das Präparat Inlexzo wird bis zum Jahr 2028 ein Umsatz von rund 2,4 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Diese Innovationskraft stützt die Zuversicht der Unternehmensführung, das angestrebte Wachstum über die kommenden Jahre hinweg beizubehalten.
Analystenlob und institutionelles Interesse
Finanzexperten bewerten die operative Entwicklung des Unternehmens überwiegend positiv und verweisen auf die starke Marktstellung. Das Analysehaus Argus hat ein Kursziel von 300 US-Dollar für die Aktie ausgegeben, während RBC Capital Markets das Papier mit einem Ziel von 287 US-Dollar weiterhin als „Outperform“ einstuft. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 2,90 US-Dollar über der durchschnittlichen Erwartung der Analysten von 2,84 US-Dollar.
Die Aktie notiert heute bei 233,00 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits ein Plus von 32 Prozent erzielt. Damit liegt der Kurs aktuell nur 3,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Trotz der positiven Geschäftszahlen gab es zuletzt Bewegungen im Aktionärskreis und bei den Führungskräften. Während institutionelle Anleger wie Signaturefd LLC ihre Anteile im zweiten Quartal aufstockten, kam es im Management zu Verkäufen.
Executive Vice President Forminard veräußerte am 6. August 15.918 Papiere, während Executive Vice President Broadhurst bereits am 20. Juli über 23.000 Aktien verkaufte. Für Anleger bleibt zudem die Dividendenpolitik attraktiv: Die kommende Ausschüttung in Höhe von 1,34 US-Dollar pro Aktie ist für den 8. September terminiert.
Rechtliche Altlasten und Vergleiche im Fokus
Ein wesentlicher Faktor für die langfristige Bewertung bleibt die juristische Aufarbeitung der Klagen rund um asbesthaltiges Talkum. Hier gab es zuletzt gemischte Signale aus US-Gerichten. Während das Unternehmen am 27. Juli einen weitreichenden Vergleich in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar für Fälle von Eierstockkrebs erzielte, bestätigte ein Gericht in Illinois am 10. Juli ein Urteil über 45 Millionen US-Dollar gegen den Konzern.
In Oklahoma konnte Johnson & Johnson hingegen am 2. Juli ein für das Unternehmen positives Jury-Urteil erreichen. Auch in New Orleans gab es jüngst juristische Bewegungen, als ein Gericht am 15. Juli einen Antrag auf ein summarisches Urteil in einem Asbestfall ablehnte.
Die Fähigkeit des Konzerns, diese rechtlichen Herausforderungen durch Vergleiche und erfolgreiche Verteidigungen zu begrenzen, gilt am Markt als entscheidend für die Stabilität des Titels.
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