Keel Infrastructure hat eine milliardenschwere Finanzierung abgeschlossen. Das Unternehmen platzierte Wandelanleihen im Volumen von 458 Millionen Dollar – deutlich mehr als ursprünglich geplant.

Ursprünglich waren 350 Millionen Dollar angestrebt. Eine Mehrzuteilungsoption von 58 Millionen Dollar wurde vollständig ausgeübt. Die Anleihen laufen bis 2032 und sind mit 1,250 Prozent verzinst. Der Wandlungspreis liegt bei rund 7,41 Dollar je Aktie, die Obergrenze bei 11,86 Dollar.

Die starke Nachfrage zeigt: Investoren setzen auf den Kurswechsel des Unternehmens. Keel Infrastructure fokussiert sich zunehmend auf Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing.

Milliarden für Rechenzentren

Das frische Geld fließt direkt in den Ausbau. Konkret nennt das Management drei Großprojekte: Panther Creek, Sharon und Moses Lake. Dort entstehen KI-taugliche Rechenzentren. Bis Ende 2026 will Keel Infrastructure drei große Mietverträge abschließen.

Die Liquidität des Unternehmens liegt nach eigenen Angaben bei 533 Millionen Dollar. Das Geld ist dringend nötig: Im ersten Quartal 2026 verbuchte Keel Infrastructure einen operativen Verlust von 128 Millionen Dollar. Der bereinigte EBITDA fiel mit minus 17 Millionen negativ aus.

Strategischer Neuanfang

Dem Kapitalmarktschritt ging eine Umstrukturierung voraus. Keel Infrastructure verlegte seinen Firmensitz in die USA. Damit wechselte auch der Wirtschaftsprüfer – von PwC Canada zu PwC USA. Das Management betont: Ein Streit um Bilanzierungsfragen lag dem Wechsel nicht zugrunde.

Die Aktie reagierte positiv auf die Nachrichten. In den Tagen nach der Ankündigung zog der Kurs spürbar an. Analysten sehen darin vor allem Vertrauen in die neue KI-Strategie. Die Kehrseite: Die Wandelanleihe könnte zu einer Verwässerung der Altaktionäre führen. Kurz gesagt: ein Risiko.

Bleibt abzuwarten, ob Keel Infrastructure seine ambitionierten Pläne termingerecht umsetzt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der operative Turnaround gelingt.