Keel Infrastructure hat den Turnaround an der Börse bislang eindrucksvoll verkauft. Der frühere Bitcoin-Miner zieht Anleger mit einer radikalen Neuausrichtung auf KI-Infrastruktur und Rechenzentren an. Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Seit Jahresbeginn liegt das Papier 134,3 Prozent vorne.
Der Kontrast zum Sektor könnte kaum größer sein. Die Branche der Business Services kommt im gleichen Zeitraum im Schnitt auf minus 10,1 Prozent. Keel profitiert damit nicht nur von der operativen Neuausrichtung, sondern auch von einer deutlich besseren Wahrnehmung bei Analysten.
Vom Miner zum Infrastrukturwert
Hinter dem Kursanstieg steckt vor allem der Umbau des Geschäfts. Keel hat sich von volatilen Bitcoin-Einnahmen gelöst und baut nun auf High-Performance-Computing und KI-Rechenzentren. Dazu kam die Verlegung des Firmensitzes von Kanada in die USA sowie die Umbenennung von Bitfarms in Keel Infrastructure.
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Entscheidend ist dabei die Stromseite. Das Unternehmen verfügt über eine bereits gesicherte Leistungspipeline von 2,2 Gigawatt in Washington, Pennsylvania und Québec. In einem Markt, in dem Netzanschlüsse für KI-Projekte zum Engpass werden, ist das ein harter strategischer Vorteil.
Analysten drehen auf
Auch an der Bewertungsseite hat sich einiges bewegt. Keel trägt bei Zacks inzwischen den Rank #2, also „Buy“. Die Konsensschätzung für das Jahresergebnis wurde in den vergangenen 90 Tagen um 25,7 Prozent angehoben. Das ist ein deutliches Signal, dass der Markt der neuen Strategie mehr zutraut als noch vor wenigen Wochen.
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Gleichzeitig bleibt das operative Bild anspruchsvoll. Im ersten Quartal 2026 setzte Keel 36,99 Millionen Dollar um, verbuchte aber einen Nettoverlust von 145,35 Millionen Dollar. Das passt zu einem Unternehmen, das mitten in einer teuren Neuaufstellung steckt und nicht mehr nur alte Geschäftsmodelle verwaltet.
Jetzt zählt die Umsetzung
Finanziell ist Keel für diese Phase jedoch erst einmal gut ausgestattet. Die Liquidität lag im Mai 2026 bei rund 533 Millionen Dollar. Das verschafft Spielraum für den Ausbau der Standorte Panther Creek, Sharon und Moses Lake.
Der nächste Prüfstein kommt im August 2026 mit den Quartalszahlen. Dann wird sich zeigen, wie schnell Keel seine gesicherte Strompipeline in vermietete Flächen und wiederkehrende Erträge verwandelt. Genau daran hängt die nächste Bewertung des Titels.
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