Bis zum Jahr 2045 benötigt Deutschland Investitionen von sechs Billionen Euro, um das gesetzliche Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Das entspricht einem jährlichen Finanzierungsbedarf von rund 290 Milliarden Euro. Den weitaus größten Teil dieser Summe müssen Bürger und Unternehmen aufbringen, während auf den Staat lediglich knapp zwölf Prozent der Gesamtausgaben entfallen.
Die geforderte Summe wirkt enorm, doch ein beträchtlicher Teil der Investitionen wäre ohnehin fällig geworden. Auch bei einem Verbleib bei fossilen Technologien müssten bestehende Infrastrukturen und Anlagen laufend modernisiert werden. Zieht man diese konventionellen Kosten ab, verbleibt ein rein transformationsbedingter Zusatzbedarf von 65 Milliarden Euro pro Jahr. Das entspricht weniger als zwei Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
Hohe Belastung für Unternehmen und Haushalte
Der größte Ausgabenblock betrifft den Verkehrssektor, auf den 45 Prozent der gesamten Investitionen entfallen. Hier stehen vor allem der Wechsel auf Elektrofahrzeuge sowie der Aufbau von Ladeinfrastruktur im Vordergrund. Der Energiesektor folgt mit einem Anteil von einem Viertel des Gesamtvolumens, während Gebäude und Industrie den verbleibenden Bedarf ausmachen.
Besonders energieintensive Branchen stehen vor tiefgreifenden technischen Anpassungen. Dazu zählen unter anderem der Umstieg auf wasserstoffbasierte Verfahren bei der Stahlerzeugung und die Elektrifizierung von Prozesswärme. Energieversorger wiederum müssen vor allem Stromnetze und Fernwärme ausbauen. Private Haushalte sind vorrangig durch energetische Gebäudesanierungen und den Wechsel des eigenen Fahrzeugs gefordert.
Privatkapital wird zur entscheidenden Stellschraube
In den Jahren von 2018 bis 2023 flossen in Deutschland jährlich durchschnittlich 110 Milliarden Euro in den Klimaschutz. Um die Zielmarke von 290 Milliarden Euro pro Jahr zu erreichen, klafft im Schnitt eine jährliche Lücke von rund 180 Milliarden Euro.
Die staatliche Förderbank KfW verweist darauf, dass diese Lücke ohne eine verstärkte Mobilisierung privaten Kapitals nicht zu schließen sein wird. Zur Stimulierung privater Geldgeber setzt die Bundesregierung auf Instrumente wie den Deutschlandfonds. Im November bringt die KfW die Berechnungen zudem auf die UN-Weltklimakonferenz COP31 im türkischen Antalya ein, um neue Finanzierungs- und Kooperationsmodelle auf internationaler Ebene zu verhandeln.


