Kinder Morgan steuert auf einen entscheidenden Sommer zu. Im Juli 2026 fällt die US-Regulierungsbehörde FERC ein Urteil über Infrastrukturprojekte in Milliardenhöhe. Für den nordamerikanischen Energie-Riesen geht es um massive Kapazitätserweiterungen im Erdgasgeschäft.
Fokus auf SSE4 und Mississippi Crossing
Das Kernstück der Expansion ist das SSE4-Projekt. Mit einem Gesamtvolumen von rund 3,5 Milliarden US-Dollar soll es täglich 1,3 Milliarden Kubikfuß Erdgas transportieren. Kinder Morgan trägt davon eine Investitionssumme von 1,8 Milliarden US-Dollar.
Parallel dazu entscheidet die Behörde über das 1,7 Milliarden US-Dollar teure Projekt „Mississippi Crossing“. Beide Vorhaben könnten ab 2028 schrittweise in Betrieb gehen. Der Konzern reagiert damit auf die steigende Nachfrage durch Kraftwerke und Industriekunden.
Pipeline-Ausbau und Zukäufe
Das Unternehmen treibt weitere Initiativen voran. Die 219 Meilen lange Trident-Pipeline befindet sich bereits im Bau und soll Anfang 2027 starten. Hinzu kommt die Übernahme der Monument-Pipeline für 505 Millionen US-Dollar.
Dieser Zukauf soll noch im laufenden zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Zeitgleich rüstet der Konzern die Hiland-Express-Leitung für den Transport von Flüssiggasen um. Auch im Permian-Becken weitete Kinder Morgan seine Kapazitäten zuletzt erfolgreich aus.
Stabile Cashflows stützen die Dividende
Finanziell steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament. Rund 65 Prozent der Cashflows sind durch langfristige Abnahmeverträge abgesichert. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um knapp 14 Prozent auf 4,83 Milliarden US-Dollar.
Das bereinigte EBITDA legte im gleichen Zeitraum um 18 Prozent zu. Mit einem Gewinn von 0,48 US-Dollar je Aktie übertraf Kinder Morgan die Erwartungen der Analysten deutlich. Institutionelle Investoren wie SVB Wealth bauten ihre Positionen zuletzt konsequent aus.
Anleger profitieren von einer erhöhten Quartalsdividende von knapp 0,30 US-Dollar. Das entspricht einer Rendite von etwa 3,7 Prozent. Die Aktie notiert aktuell bei 28,48 Euro und liegt damit gut drei Prozent über dem Niveau der Vorwoche.
Trotz der hohen Investitionen bleibt die Bilanz mit einem Verschuldungsgrad von 1,0 stabil. Die Entscheidung der FERC im Juli 2026 wird nun den Takt für die kommenden Jahre vorgeben.
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