Zwei Geschäftsbereiche, zwei Richtungen: Kion wächst im Konzern, doch die klassische Staplersparte verliert an Boden. Die Zahlen für die ersten neun Monate zeigen, wie ungleich die Last verteilt ist.
Automation liefert, Stapler enttäuschen
Der Konzernumsatz stieg um 3,9 Prozent auf 8,522 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte um 9,9 Prozent auf 632,5 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich von 7,0 auf 7,4 Prozent.
Das Konzernergebnis sprang auf 309,1 Millionen Euro, nach 167,1 Millionen im Vorjahr. Damals belasteten allerdings Einmaleffekte aus dem Effizienzprogramm.
Wachstumstreiber war das Segment Intelligent Automation Solutions. Der Umsatz wuchs um 16,9 Prozent auf 2,519 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 36,6 Prozent auf 172,2 Millionen Euro. Ausschlaggebend war vor allem das Projektgeschäft.
Anders sieht es bei Industrial Trucks & Services aus. Der Umsatz sank leicht auf 6,034 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT blieb mit 528,7 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahr.
Kion konnte in einem wachsenden Markt nicht Schritt halten, vor allem im Value- und Economy-Segment. Konzernchef Rob Smith verwies darauf, dass die Sparte sich in der Region APAC gegen chinesische Anbieter gut schlug, vom starken Marktwachstum in EMEA aber nicht profitierte.
Schwacher Cashflow, gesenkte Prognose
Der Auftragseingang des Konzerns ging um 4,9 Prozent auf 8,445 Milliarden Euro zurück. Der Free Cashflow blieb mit 121,1 Millionen Euro positiv, lag aber deutlich unter den 392,8 Millionen des Vorjahres. Kion nennt gestiegene M&A-Aktivitäten und Auszahlungen für das Effizienzprogramm als Gründe.
Die Prognose für 2026 hatte der Vorstand bereits am 14. Oktober angepasst. Nun steht sie im Detail fest:
- Umsatz: 11,45 bis 11,75 Milliarden Euro (zuvor 11,525 bis 12,025 Milliarden)
- Bereinigtes EBIT: 815 bis 875 Millionen Euro (zuvor 880 bis 980 Millionen)
- Free Cashflow: 400 bis 500 Millionen Euro (zuvor 420 bis 540 Millionen)
Die Kürzungen gehen überwiegend auf den schwächeren Auftragseingang bei den Staplern im dritten Quartal zurück. Für Automation grenzte Kion die Spanne innerhalb der bisherigen Bandbreite ein.
Margenziel rückt weiter weg
Das Mittelfristziel einer zweistelligen bereinigten EBIT-Marge im Konzern und in beiden Segmenten erreicht Kion nach Einschätzung des Vorstands erst nach 2027. Aktuell liegt die Konzernmarge bei 7,4 Prozent, in der Automationssparte bei 6,8 Prozent.
Die Aktie reagiert entsprechend verhalten. Sie notiert im Monatsvergleich gut 15 Prozent im Minus und hat auf Sicht von drei Monaten etwa ein Fünftel eingebüßt. Ob die Staplersparte im vierten Quartal die Wende schafft, zeigt sich mit dem nächsten Auftragseingang. Die Spanne von 815 bis 875 Millionen Euro beim bereinigten EBIT setzt dafür die Messlatte.
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