Kion liefert ein widersprüchliches Halbjahr. Während die Profitabilität auf dem Papier steigt, schmilzt das Bargeld in der Kasse dahin. Anleger reagieren am Freitag prompt und schicken das Papier tiefer ins Minus.

Das bereinigte EBIT kletterte im ersten Halbjahr um 12 Prozent auf 429,6 Millionen Euro. Damit erreichte der Intralogistik-Spezialist eine Marge von 7,6 Prozent.

Parallel dazu brach der freie Cashflow massiv ein. Lediglich 22,2 Millionen Euro blieben übrig, nach knapp 162 Millionen Euro im Vorjahr. Investitionen in Effizienzprogramme und Zukäufe belasteten die Liquidität spürbar.

Hohe Schulden und sinkende Aufträge

Die Nettofinanzverschuldung stieg seit Jahresbeginn auf 1,24 Milliarden Euro an. Während das Segment „Intelligent Automation Solutions“ zweistellig wuchs, kämpft das Kerngeschäft mit Gabelstaplern mit Gegenwind.

Der Auftragseingang sank auf 5,79 Milliarden Euro. Besonders das zweite Quartal enttäuschte mit einem Bestellrückgang von rund 20 Prozent. Das Management macht dafür eine hohe Vorjahresbasis und geopolitische Unsicherheiten verantwortlich. Die Sichtbarkeit für die zweite Jahreshälfte bleibt eingeschränkt.

Analysten mahnen zur Vorsicht

Das Analysehaus Jefferies belässt die Einstufung auf „Hold“ und setzt das Kursziel bei 43 Euro an. Die Experten verweisen auf die schwache Cash-Generierung als zentrales Risiko. Bernstein Research bleibt zwar bei „Outperform“, sieht das Umfeld aber ebenfalls kritisch.

Für das laufende Jahr hat Kion die Prognose konkretisiert. Der Vorstand erwartet nun ein bereinigtes EBIT zwischen 880 und 980 Millionen Euro.

Der Aktienkurs notiert mit 38,81 Euro nur noch knapp über dem Juni-Tief von 35,82 Euro. Das Minus seit Jahresbeginn summiert sich damit auf über 42 Prozent. Ohne eine Stabilisierung des Cashflows dürfte eine nachhaltige Erholung ausbleiben.