KLA Corporation hat seine Anteilseigner gestern dazu aufgerufen, ein unaufgefordertes Kaufangebot der Tutanota LLC abzulehnen. Das Unternehmen teilte mit, dass Tutanota beabsichtige, bis zu 500.000 Stammaktien zu einem Preis von 285,00 US-Dollar pro Aktie in bar zu erwerben. Dies entspricht einem Anteil von weniger als 0,04 Prozent der ausstehenden Aktien. KLA begründete die Empfehlung damit, dass solche sogenannten Mini-Tender-Angebote häufig darauf abzielen, die üblichen Anlegerschutzbestimmungen zu umgehen.

Management-Transaktionen nach Aktienbeteiligungen

Parallel zu dieser Entwicklung verzeichnete das Unternehmen in den ersten Augusttagen eine Reihe von Insider-Transaktionen durch die Führungsspitze. Wie aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, wurden bei mehreren Top-Managern automatisch Anteile zur Deckung von Steuerverpflichtungen einbehalten. Dieser Vorgang steht im Zusammenhang mit dem Unverfallbarwerden von Restricted Stock Units (RSUs).

Präsident und CEO Richard P. Wallace meldete für den vergangenen Samstag und Montag den Einbehalt von insgesamt über 32.600 Anteilen zu einem Preis von je 182,82 US-Dollar. Ähnliche Meldungen über automatische Einbehalte zur Steuerdeckung lagen von den Vorständen Brian Lorig und Ahmad A. Khan vor. Gestern veräußerte zudem Mary Beth Wilkinson, Executive Vice President, 4.295 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 191,59 US-Dollar. Bereits am Dienstag hatte CAO Virendra Kirloskar 1.565 Anteile aus demselben Grund verkauft.

Starke Quartalszahlen und Ausblick auf das KI-Geschäft

Die operativen Geschäfte zeigten sich zuletzt sehr robust. Ende Juli legte KLA die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal 2026 vor, das am 30. Juni endete. Mit einem Umsatz von 3,66 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, übertraf der Konzern das obere Ende der eigenen Prognose. Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Management Erlöse von rund 4,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die Nachfrage nach Halbleiterausrüstung für KI-Infrastruktur. Das Unternehmen erwartet im Kalenderjahr 2026 Umsätze von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar im Bereich Advanced Packaging.

Die Analysten von Evercore bekräftigten am 29. Juli ihre Einstufung mit „Outperform“ und hoben das Kursziel von 185 auf 210 US-Dollar an. Am selben Tag bestätigte Wells Fargo das Rating „Overweight“, senkte jedoch das Kursziel von 305 auf 245 US-Dollar. Die Experten verwiesen darauf, dass die Erwartungen der Investoren trotz der übertroffenen Quartalsergebnisse bereits ein sehr hohes Niveau erreicht hätten.

Erwartete Dividende und Marktlage

Für den heutigen Donnerstag wird zudem die offizielle Ankündigung der vierteljährlichen Dividende erwartet. Marktbeobachter rechnen mit einer Ausschüttung von 0,23 US-Dollar pro Aktie. Dies wäre die erste Festsetzung nach dem im Juni vollzogenen Aktiensplit im Verhältnis 1:10. Die Marktkapitalisierung von KLA beläuft sich derzeit auf umgerechnet 206,68 Milliarden Euro.

An der Börse notiert das Papier heute mit einem leichten Rückgang von 0,77 Prozent bei einem Kurs von 165,86 Euro. Die Kursentwicklung spiegelt die aktuelle Dynamik im Sektor für Halbleiterausrüstung wider, wobei das Unternehmen durch seine Positionierung im Bereich Prozesskontrolle weiterhin direkt von den globalen Investitionen in neue Chip-Kapazitäten profitiert. Im März hatte das Board of Directors zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 7 Milliarden US-Dollar autorisiert.