KLA-Tencor startet in die erste vollständige Handelswoche nach dem Aktiensplit. Der Halbleiterzulieferer schloss am Freitag bei 247,72 Dollar — ein Plus von 2,72 Prozent am ersten Tag im neuen Format. Hinter dem ruhigen Debüt steckt eine deutlich größere Geschichte.
Marktprognosen ziehen kräftig an
Barclays hat seine Prognose für den globalen Markt für Waferfabrikationsanlagen für 2027 massiv angehoben — von 159 auf 209,5 Milliarden Dollar. Das ist kein kleines Korrektiv, sondern ein Hinweis auf einen mehrjährigen Wachstumszyklus. Davon profitieren Spezialisten für Prozesskontrolle überproportional. KLA-Tencor hält in diesem Segment einen Marktanteil von 58 Prozent. Das macht das Unternehmen rund 7,6-mal größer als den nächsten Wettbewerber Applied Materials in dieser Nische.
JPMorgan sieht einen Pfad zu einem Gewinn je Aktie von 95 Dollar bis 2030. Grundlage ist ein jährliches Wachstum von 20 Prozent im Prozesskontrollsegment. Neue Fertigungstechnologien wie Gate-All-Around-Transistoren und rückseitige Stromversorgung erhöhen den Bedarf an Präzisionsmesstechnik — genau das Kerngeschäft von KLA-Tencor.
Advanced Packaging als zweiter Wachstumsmotor
Der Ausbau im Bereich Advanced Packaging liefert zusätzlichen Schub. Der Umsatz aus Prozesskontrolle für fortgeschrittene Chipgehäuse soll 2026 auf rund eine Milliarde Dollar steigen — nach 635 Millionen Dollar im Vorjahr. Treiber sind komplexere Hochleistungsrechner und Hochbandbreitenspeicher, die zunehmend auf 2,5D- und 3D-Packaging-Architekturen setzen. Das Unternehmen peilt langfristig ein Umsatzwachstum von 13 bis 17 Prozent jährlich bis 2030 an.
Kapitalrückgabe und Bewertung
Neben dem 10-für-1-Split hat der Vorstand die Quartalsdividende um 21 Prozent erhöht. Ab August 2026 erhalten Aktionäre 0,23 Dollar je Aktie pro Quartal. Hinzu kommt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm über 7 Milliarden Dollar.
Die Bewertung ist ambitioniert. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt auf Basis der Erwartungen über dem 37-fachen — deutlich über dem Branchendurchschnitt. Analysten halten die Prämie jedoch für gerechtfertigt. Der Serviceanteil am Umsatz wächst mit 13 bis 15 Prozent jährlich und sorgt für stabile Cashflows — unabhängig von kurzfristigen Kapazitätszyklen in der Chipbranche.
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