Der Chip-Ausrüster liefert, was Skeptiker eines auslaufenden Halbleiterzyklus nicht erwartet hatten: Rekordmargen, ein kräftiger Umsatzsprung und ein Ausblick, der über den Erwartungen liegt. Nachbörslich legte die Aktie um mehr als drei Prozent zu. Allerdings dämpfen einige Analysten die Kursziele, obwohl sie die Zahlen loben.

Rekordmarge im ersten Geschäftsquartal

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 setzte KLA 4,14 Milliarden Dollar um, rund 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Markt hatte mit etwa 4,04 Milliarden gerechnet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,22 Dollar, erwartet waren 1,18 Dollar.

Besonders auffällig ist die Profitabilität. Die operative Marge stieg auf 46,1 Prozent und überschritt damit erstmals in der Firmengeschichte die Marke von 46 Prozent. Die Bruttomarge erreichte 62,7 Prozent.

Das wiederkehrende Servicegeschäft steuerte rund 850 Millionen Dollar bei. Der freie Cashflow lag bei 1,34 Milliarden Dollar. Beides stützt das Geschäftsmodell auch dann, wenn der Neuanlagenverkauf schwankt.

Ausblick: Markt für Chipausrüster wächst weiter

Für das Dezember-Quartal peilt das Management einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Dollar an, bei einer Bandbreite von 200 Millionen Dollar nach oben und unten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 1,44 Dollar liegen.

Der Ausblick für das Ergebnis je Aktie liegt etwa fünf Prozent über dem Konsens. Als Grund nennt das Unternehmen eine verbesserte Versorgung, die schnelleres Wachstum erlaubt. Reinraum- und Komponentenkapazitäten bleiben allerdings Engpässe.

Auch den Gesamtmarkt sieht KLA freundlicher. Für 2026 rechnet das Management mit einem Markt für Wafer-Fertigungsausrüstung im mittleren Bereich von 150 Milliarden Dollar. Für 2027 stellt es mehr als 200 Milliarden Dollar in Aussicht.

Der Hintergrund: Je kleiner die Strukturen und je komplexer HBM-Speicher, Advanced Packaging und Leading-Edge-Logik werden, desto wichtiger werden Inspektion und Messtechnik. Foundries und Speicherhersteller können ihre Fertigung ohne solche Systeme kaum wirtschaftlich hochfahren.

Analysten: Lob, aber niedrigere Ziele

Das Bild der Analysten ist zweigeteilt. Fundamental überzeugen die Zahlen, bei der Bewertung greifen die Häuser dennoch zur Schere:

  • Evercore ISI senkt das Kursziel auf 185 Dollar, bleibt aber bei „Outperform“. Die Bank rechnet mit dem 30-Fachen des Gewinns 2028 von 7,50 Dollar.
  • Stifel reduziert auf 230 Dollar und bleibt bei „Buy“.
  • Needham nennt 200 Dollar, ebenfalls mit „Buy“, und verweist auf 14 Prozent sequenzielles Wachstum im Dezember-Quartal.

Evercore betont, dass KI-Speicher und Leading-Edge-Investitionen weiteres Gewinnpotenzial liefern, sieht die Halbleiterbranche aber in einer späten Zyklusphase. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 43 und einer Marktkapitalisierung von rund 207 Milliarden Dollar ist die Bewertung anspruchsvoll.

Zum Handelsschluss am Mittwoch stand die Aktie bei 158,77 Dollar. Vorbörslich zeigte sich ein Aufschlag auf etwa 163 Dollar. Liegt der Kurs damit deutlich unter allen genannten Zielen von 185 bis 230 Dollar, spiegelt das die Debatte wider, wie lange der Zyklus noch trägt. Der Konzernausblick auf 2027 mit mehr als 200 Milliarden Dollar Marktvolumen spricht zunächst für weitere Auftragsstärke.