Erst der Absturz, dann die Erholung: Die Aktie von KLA Corp hat binnen weniger Handelstage eine Achterbahnfahrt hingelegt. Nachdem ein schwacher Ausblick von Samsung Anfang Juli den gesamten Sektor belastet hatte, schoss der Wert des Chipausrüsters am 9. Juli 2026 kräftig nach oben. Auslöser war eine Serie von Kurszielerhöhungen namhafter Analysehäuser, die auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Fertigungsausrüstung für Künstliche Intelligenz setzen.

Analysten sehen Milliarden-Potenzial im Ausrüstungsmarkt

Den Ausschlag gab TD Cowen, das sein Kursziel für KLA von 200 auf 260 US-Dollar anhob. Die dahinterliegende These: Die weltweiten Ausgaben für Wafer-Fab-Ausrüstung (WFE) könnten bis 2028 auf 250 Milliarden US-Dollar und bis 2030 sogar auf 400 Milliarden US-Dollar steigen, getrieben durch die KI-Nachfrage. In einem solchen Szenario sehen die Analysten das Gewinnpotenzial von KLA bei 9 bis 10 US-Dollar je Aktie. Weitere Häuser zogen nach: Cantor Fitzgerald nannte ein Kursziel von 325 US-Dollar, Susquehanna 275 US-Dollar auf nachsplitbereinigter Basis, Morgan Stanley 274 US-Dollar. Nach Daten von INDmoney liegt der durchschnittliche Analystenkonsens bei rund 219,89 US-Dollar, wobei 62,5 Prozent der Analysten die Aktie zum Kauf empfehlen.

Untermauert wurde die Rally durch einen Investor Day des Unternehmens, auf dem das Management die KI-getriebene Nachfrage als zentralen Wachstumstreiber herausstellte. KLA wies dabei eine Bruttomarge von 61,5 Prozent, eine Nettomarge von 36 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von rund 90 Prozent aus – Kennzahlen, die die Profitabilität des Geschäfts unterstreichen. Parallel dazu verkaufte der Vorstandsvorsitzende Aktien im Wert von etwa 10 Millionen US-Dollar, was in den Tagen zuvor mit zur Verunsicherung der Anleger beigetragen hatte.

Volatile Woche nach Samsung-Dämpfer

Die Erholung kam nicht aus dem Nichts. Am 7. Juli war die Aktie um 2,3 Prozent gefallen, nachdem Samsung einen schwächeren Ausblick mit geringerem Umsatzwachstum und niedrigeren Margen vorgelegt hatte. Der breite Sell-off in KI-Chipwerten drückte damals auch den Nasdaq um 1,8 Prozent nach unten, während geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein Anstieg des Ölpreises um 3,2 Prozent zusätzlich für Nervosität sorgten. Auch der Anlagedienst Citi verweist in diesem Zusammenhang auf ein erwartetes Wachstum des Wafer-Fab-Marktes von aktuell 145 Milliarden auf 200 Milliarden US-Dollar bis 2027 und 250 Milliarden US-Dollar bis 2028 – ein Rahmen, der die optimistischeren Kurszielanhebungen stützt.

Die kurzfristige Schwankungsbreite bleibt hoch. Aktuell notiert die Aktie bei 198,50 Euro und verliert am laufenden Handelstag 0,85 Prozent, nachdem sie am Vortag noch bei 200,20 Euro geschlossen hatte. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Rückgang von 8,74 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf 30-Tage-Sicht mit einem Plus von 7,23 Prozent noch im positiven Bereich bewegt. Der RSI von 48,0 signalisiert eine neutrale Marktlage, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 108,25 Prozent unterstreicht jedoch die Nervosität rund um den Titel. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 252,59 Milliarden Euro.

Blick auf die Quartalszahlen

Anleger richten den Fokus nun auf die kommenden Geschäftszahlen. Nach Angaben von Investing.com werden die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 am 23. Juli erwartet. Der breitere Halbleitersektor bleibt dabei ein wichtiger Stimmungsgeber für KLA: Am selben Tag der jüngsten Kursrally legten auch Applied Materials und weitere Ausrüster deutlich zu, gestützt von Meldungen über eine mögliche Lockerung chinesischer Importbeschränkungen für KI-Chips von Nvidia sowie einer siebenfach überzeichneten ADR-Platzierung von SK Hynix im Volumen von 24,5 Milliarden US-Dollar. Ob sich die optimistischen Kurszielanhebungen in den kommenden Zahlen bestätigen, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob die aktuelle Erholung von Dauer ist.