Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna liefert operativ beeindruckende Wachstumsraten und feierte kürzlich sein erstes Milliarden-Quartal beim Umsatz. An der Börse spiegelt sich dieser Erfolg allerdings nicht wider. Seit dem Börsengang im vergangenen September hat das Papier einen Großteil seines Wertes eingebüßt, da Investoren zunehmend den fehlenden Gewinn abstrafen.

Starke Zahlen treffen auf Skepsis

Auf dem Papier liest sich die Bilanz für das Gesamtjahr 2025 hervorragend. Das abgewickelte Volumen stieg um 22 Prozent auf knapp 128 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz um ein Viertel auf 3,5 Milliarden US-Dollar kletterte. Allein im vierten Quartal durchbrach das Unternehmen erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar, angetrieben von einem starken US-Geschäft.

Demgegenüber steht ein drastischer Kursverfall. Seit Jahresbeginn hat der Titel über 52 Prozent nachgegeben und notiert aktuell bei rund 11,50 Euro. Ein wesentlicher Treiber für die jüngste Talfahrt war das Auslaufen der Haltefrist (Lock-up) Anfang März. Plötzlich drängten 335 Millionen handelbare Aktien auf den Markt und drückten die ohnehin fragile Bewertung weiter nach unten.

Das Ringen um Profitabilität

Hauptgrund für die Zurückhaltung der Anleger ist die schwache Ertragslage. Der bereinigte operative Gewinn lag 2025 bei lediglich 65 Millionen US-Dollar, was einer mageren Marge von 1,9 Prozent entspricht. In einem makroökonomischen Umfeld, in dem die Qualität von Verbraucherkrediten genau beobachtet wird, fordern Marktteilnehmer nachhaltigere Geschäftsmodelle.

Um die eigene Kreditvergabe abzusichern, setzt das Management massiv auf externe Partner. Das Unternehmen strukturierte kürzlich milliardenschwere Risikotransfers und Kreditfazilitäten mit Investoren wie Värde Partners und Elliott Investment Management. Diese Deals schaffen zwar eine Kreditkapazität von über 40 Milliarden US-Dollar, machen das Modell aber stark abhängig vom Risikoappetit Dritter.

Analysten sehen Potenzial

Trotz der aktuellen Schwäche bewerten Analysten die Aussichten deutlich positiver als der breite Markt. Morgan Stanley sieht das Kursziel bei 16,00 US-Dollar, während die Bank of America sogar 21,00 US-Dollar anvisiert und eine Kaufempfehlung ausspricht.

Kurzfristig rücken nun zwei konkrete Termine in den Fokus. Am 15. April 2026 wird das Urteil im 8,3 Milliarden US-Dollar schweren Kartellrechtsstreit der Tochtergesellschaft PriceRunner gegen Google erwartet. Wenig später, am 3. Juni, folgen die Quartalszahlen, die erstmals die Auswirkungen der jüngsten Kapitaldeals und das Ende der Lock-up-Periode vollständig abbilden werden.