Klöckner: Q1-Bericht am 6. Mai erwartet

Goldman Sachs hält nun 9,48 Prozent an Klöckner. Der Aktienkurs liegt 14 Prozent über dem Übernahmeangebot von Worthington Steel.

Klöckner Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldman Sachs stockt Klöckner-Anteil auf
  • Kurs übertrifft Worthington-Angebot um 14%
  • US-Zölle begünstigen Klöckners US-Geschäft
  • Hauptversammlung stimmt über Dividende ab

Goldman Sachs hält jetzt 9,48 Prozent an Klöckner & Co — und stellt sich damit als prominenter Akteur in einen laufenden Übernahmepoker. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Der Markt rechnet mit mehr als dem, was Worthington Steel bisher geboten hat.

Das ursprüngliche Übernahmeangebot lag bei 11,00 Euro je Aktie. Der aktuelle Kurs von 12,56 Euro übertrifft diesen Wert um rund 14 Prozent. Marktbeobachter werten den Aufschlag als Wette auf einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag — der eine neue, höhere Unternehmensbewertung erzwingen würde.

Worthington hält 58,8 Prozent — noch nicht genug

Worthington Steel kontrolliert bereits 58,8 Prozent der Stimmrechte. Das reicht für die Mehrheit, aber nicht für einen Squeeze-out. Dafür braucht der US-Konzern 90 Prozent. Erreicht er diese Schwelle, plant er den Rausschmiss der verbliebenen Minderheitsaktionäre — und prüft dann den Rückzug von der Frankfurter Börse. Der Vollzug des Übernahmeangebots steht noch unter regulatorischen Vorbehalten und wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.

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US-Zölle als unerwarteter Rückenwind

Europäische Stahlkonzerne leiden unter den US-Importzöllen. Klöckner nicht. Das Unternehmen kauft und verkauft in den USA lokal — die 25-Prozent-Zölle auf Stahl und Aluminium greifen kaum. Der Mechanismus ist einfach: Klöckner hält US-Lagerbestände, die zu niedrigeren Preisen eingekauft wurden. Diese lassen sich jetzt zu höheren Marktpreisen verkaufen.

Das Management rechnet deshalb für das zweite und dritte Quartal 2026 mit steigenden Gewinnen. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein deutlich steigendes EBITDA und einen deutlich wachsenden Cashflow — trotz der Ende 2025 veräußerten acht US-Distributionsstandorte an Russel Metals.

Operative Wende bestätigt sich

Die Zahlen für 2025 zeigen eine klare Richtung. Der Nettoverlust schrumpfte auf 53 Millionen Euro, nach 176 Millionen Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA stieg um ein Viertel auf 171 Millionen Euro. Der operative Cashflow fiel zum vierten Mal in Folge positiv aus.

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Der Anteil des margenstarken Service-Center-Geschäfts liegt — ohne die veräußerten Standorte — bei 87 Prozent. Das ist das erklärte Ziel der Neuausrichtung.

Drei Termine im Mai

Am 6. Mai veröffentlicht Klöckner die Quartalsmitteilung für Q1 2026 — der erste operative Bericht unter neuer Mehrheitseigentümerschaft. Das EBITDA vor Sondereffekten soll zwischen 20 und 60 Millionen Euro liegen. Die breite Spanne spiegelt die geringe Planungssicherheit im aktuellen Marktumfeld wider.

Am 11. Mai folgt die Equity Forum Frühjahrskonferenz in Frankfurt. Am 20. Mai stimmt die Hauptversammlung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,20 Euro je Aktie ab. Drei Termine, die zeigen werden, ob der Kursaufschlag gegenüber dem Übernahmeangebot fundamental gerechtfertigt ist — oder ob der Markt zu viel eingepreist hat.

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