KNDS hat bei ferngesteuerten Militärfahrzeugen Fortschritte erzielt, muss bei unbemannten Panzerhaubitzen aber noch wesentliche technische Aufgaben lösen. Ein gestern veröffentlichter Bericht beschreibt ein Projekt von Bundeswehr und Verteidigungsministerium auf Basis der Ketten-RCH 155 LORAS.

Die Fahrzeugsteuerung ist möglich, das Schießen aus der Ferne bislang nicht. Für Anleger liegt darin der entscheidende Unterschied zwischen einer technischen Demonstration und einer einsatzfähigen Lösung.

Unbemannte Artillerie bleibt Entwicklungsaufgabe

KNDS demonstrierte Anfang des Jahres das Fernsteuerungssystem UxV CS für Boxer-Fahrzeuge, darunter den Boxer Tracked. Die bisherigen Tests beschränkten sich auf das Erprobungsgelände. Ein Einsatzkonzept fehlt noch.

Die vorgesehene Artillerieplattform erreicht mit ihrer Kanone eine Reichweite von über 60 Kilometern. Das Fernsteuerungssystem erfordert nach dem Bericht fünf Personen für die Bedienung. RCH 155 und LORAS benötigen derzeit jeweils zwei Besatzungsmitglieder.

Damit bedeutet Fernsteuerung bislang nicht automatisch einen geringeren Personalbedarf. Ihr Entwicklungsstand lässt sich auch nicht allein an der möglichen Fahrzeugbewegung messen: Für eine unbemannte Panzerhaubitze ist die noch fehlende Fernsteuerung des Schießens eine zentrale Einschränkung. Das Projekt zielt somit auf eine Fähigkeit, die noch nicht vollständig demonstriert wurde.

Für die wirtschaftliche Einordnung zählt diese Abgrenzung. Ein Entwicklungsprojekt ist nicht mit einem Serienauftrag gleichzusetzen. Die technischen Fortschritte eröffnen Perspektiven, belegen für sich genommen jedoch noch keine Einsatzreife.

Drohnenauftrag zeigt einen anderen Reifegrad

Bei der MX-10-DAMOCLES gibt es dagegen bereits einen konkreten Beschaffungsschritt. Frankreich aktivierte Anfang Oktober eine Option für mehrere hundert dieser für den einmaligen Angriff vorgesehenen Drohnen. Die Lieferung soll binnen zwölf Monaten erfolgen, erste neue Einheiten werden Anfang 2027 erwartet.

Der Auftrag ist damit deutlich greifbarer als das Vorhaben zur unbemannten Artillerie. Er baut auf bereits erfolgten Lieferungen auf und besitzt einen benannten zeitlichen Rahmen.

Frankreich erhielt in den Jahren 2025–2026 bereits 460 Stück. Grundlage der Beschaffung ist ein Rahmenvertrag vom Juli 2024.

Dieser umfasst bis zu 2.270 Einheiten über sieben Jahre. Die Obergrenze beschreibt dabei den möglichen Vertragsumfang und ist nicht mit einer vollständigen Bestellung gleichzusetzen.

Für Anleger ergibt sich ein differenziertes Bild: KNDS verbindet bereits abgerufene Drohnenlieferungen mit technisch anspruchsvollen Entwicklungsprojekten. Der französische Optionsabruf bietet konkrete Lieferperspektiven. Bei unbemannter Artillerie entscheiden dagegen erst die nächsten technischen Fortschritte und ein Einsatzkonzept darüber, wie aus der Demonstration eine nutzbare Fähigkeit wird.