Koenig & Bauer: Auftragseingang springt 21,4 Prozent

Koenig & Bauer verzeichnet starken Auftragszuwachs, leidet aber unter Restrukturierungskosten und einem erweiterten Nettoverlust.

Koenig & Bauer Aktie
Kurz & knapp:
  • Auftragseingang steigt um 21,4 Prozent
  • Standortschließung belastet mit Millionenaufwand
  • Nettoverlust weitet sich auf 27,6 Millionen aus
  • Aktie fällt trotz Auftragsboom um 2,8 Prozent

Koenig & Bauer startet mit vollen Auftragsbüchern in das Geschäftsjahr 2026. Während die Nachfrage nach Druckmaschinen deutlich anzieht, belasten teure Standortschließungen und saisonale Effekte die aktuelle Bilanz.

Auftragsboom trifft auf Restrukturierungskosten

Die Bestellungen kletterten im ersten Quartal um 21,4 Prozent auf 297,6 Millionen Euro. Das Management wertet dieses zweijährige Auftragshoch als Beleg für die Resilienz des Geschäftsmodells in einem unsicheren Marktumfeld.

Der Konzernumsatz legte parallel dazu um 3,2 Prozent auf 260,2 Millionen Euro zu. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,14 wächst das Unternehmen derzeit schneller, als es Aufträge abarbeiten kann. Der Auftragsbestand überschritt dabei die Marke von einer Milliarde Euro.

Dem starken operativen Trend stehen hohe Belastungen gegenüber. Für die Schließung des Standorts Albert-Frankenthal fielen Aufwendungen von 6,6 Millionen Euro an. In der Folge weitete sich der Nettoverlust auf 27,6 Millionen Euro aus, während der Free Cashflow bei minus 37,8 Millionen Euro lag.

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Strategieprogramm soll Profitabilität sichern

Im Fokus steht das Effizienzprogramm „IMPACT“, mit dem der Konzern seinen operativen Fußabdruck straffen will. Teil der Neuausrichtung ist die Entscheidung, das Coding-Geschäft künftig komplett in Eigenregie zu führen. Indes verzeichnete das Segment Special & New Technologies bereits eine operative Kehrtwende.

Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Abschlag von 2,81 Prozent auf 9,33 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von über 84 gilt das Papier technisch als kurzfristig überkauft. Auf Jahressicht verzeichnet der Kurs ein Minus von rund 33 Prozent.

Trotz des verlustreichen Starts hält der Vorstand an seinen Zielen für 2026 fest. Erwartet wird ein stabiler Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro bei einem operativen EBITDA von 80 Millionen Euro. Analysten beließen das Kursziel nach den Zahlen bei 18,00 Euro.

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