Der Technologiekonzern Kontron setzt in einem herausfordernden Marktumfeld auf personelle Kontinuität und operative Fortschritte. Während die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von 4,1 % verzeichnet, nutzt die Unternehmensführung das aktuelle Kursniveau für Zukäufe.

Laut entsprechenden Pflichtmitteilungen erwarb CEO Hannes Niederhauser am Mittwoch 3.000 Aktien zum Preis von 21,77 Euro, nachdem er bereits am Montag eine ebenso große Position privat aufgebaut hatte.

Starkes Wachstum in spezialisierten Segmenten

Diese Transaktionen folgen auf die Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal, in dem das Unternehmen eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielte. Kontron konnte den Umsatz auf 373,4 Millionen Euro steigern, während das bereinigte EBITDA mit 54,7 Millionen Euro signifikant über dem Vorjahreswert lag.

Die Dynamik wurde dabei maßgeblich von den Geschäftsbereichen Aerospace & Defense getrieben, die ein Plus von 31,8 % verbuchten. Auch das Segment Cybersolutions trug mit einem zweistelligen Zuwachs zur positiven Entwicklung bei, während der Bereich GreenTec marktbedingt einen deutlichen Rückgang verzeichnete.

Mit einem Schlusskurs von gestern bei 21,96 € notiert der Wert aktuell 4,2 % unter dem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Parallel zur operativen Expansion treibt der Konzern seinen strukturellen Umbau voran. Von den insgesamt geplanten 500 Stellenstreichungen sind bereits 424 abgeschlossen oder fest vereinbart.

Dieser Prozess soll Medienberichten zufolge bis zum Ende des dritten Quartals vollständig finalisiert werden. Für das Gesamtjahr bekräftigte das Management die Prognose eines Umsatzes von leicht über 1,607 Milliarden Euro bei einem bereinigten EBITDA von 225 Millionen Euro vor Restrukturierungskosten.

Übernahmeangebot der Foxconn-Tochter vor Abschluss

Ein weiterer zentraler Faktor für die künftige Struktur ist das Pflichtangebot der Foxconn-Tochter Ennoconn. Wie das Unternehmen bestätigte, sind inzwischen alle Bedingungen für das Angebot erfüllt, nachdem die notwendige FDI-Freigabe in Deutschland erteilt wurde. Das finale Settlement der Transaktion ist für den 20. August geplant.

Da im Rahmen der Annahmefrist rund 12,3 Millionen Aktien angedient wurden, hat Ennoconn die Mehrheit der Stimmrechte knapp verfehlt. Das Management von Kontron hatte den Aktionären zuvor geraten, das Angebot von 23,50 Euro je Aktie als finanziell nicht angemessen abzulehnen.

Analysten bewerten die Perspektiven des IoT-Spezialisten derzeit unterschiedlich. Die Experten von Oddo BHF stuften das Papier am 4. August von „Outperform“ auf „Neutral“ herab und nannten ein neues Kursziel von 23,50 Euro.

Deutlich optimistischer bleibt mwb research: Das Haus bestätigte am 21. Juli seine Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 35,00 Euro. Die Analysten verwiesen dabei auf die starken Auftragseingänge, zu denen unter anderem ein neuer Bahnvertrag im Volumen von rund 100 Millionen Euro sowie ein Neukunden-Gewinn im Automotive-Sektor zählen.