Mit einer geschärften Ausrichtung auf margenstärkere Kernbereiche stellt Kontron die Weichen für die kommenden Jahre. Während Randbereiche wie der Photovoltaik-Handel weichen müssen, rücken das Verteidigungsgeschäft und der digitale Schienenverkehr zunehmend in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategie.
Gestern bestätigte das Analysehaus mwb research nach der Teilnahme an Kontrons Defense-&-Security-Konferenz seine Kaufempfehlung für die Aktie. Das Kursziel beließen die Analysten unverändert bei 35,00 Euro. An der Börse ging das Papier am gestrigen Montag mit einem Kurs von 20,00 Euro aus dem Handel.
Wachstumstreiber ab 2027 im Visier
Das Kontron-Management verwies im Rahmen der Fachtagung auf mehrere mittelfristige Erlöstreiber. Ab dem Jahr 2027 rechnet der Vorstand mit einer spürbar verbesserten Abarbeitung des bestehenden Auftragsbestands. Vor allem zwei technologische Entwicklungen sollen für zusätzlichen Schub sorgen.
Im Bahnsektor verspricht der anstehende Übergang zum neuen Mobilfunkstandard FRMCS neue Impulse für die Sparte. Parallel dazu rechnet Kontron mit steigenden Softwareerlösen im Zusammenhang mit den Anforderungen des europäischen Cyber Resilience Acts. Diese regulatorischen Vorgaben zwingen Betreiber und Hersteller zu höheren Sicherheitsstandards in vernetzten Systemen, wovon spezialisierte Anbieter profitieren.
Kapazitätsaufbau in den USA
Bereits am 14. Oktober untermauerte der Technologiekonzern seine Ambitionen im Verteidigungssektor mit operativen Fortschritten in Übersee. Bei der Tochtergesellschaft Nextek in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama nahm Kontron die lokale Produktion der robusten Rechenplattform VX307H auf. Die Fertigungslinie vor Ort deckt die komplette Kette von der Leiterplattenbestückung über die Systemintegration bis hin zur Prüfung ab.
Gleichzeitig stellte das Unternehmen den Vertrieb dieses Systems von der reinen Auftragsfertigung auf eine permanente Lagerfertigung um. Dieser Schritt soll die Lieferzeiten verkürzen und die Verfügbarkeit für US-Verteidigungskunden verbessern.
Rückzug aus dem Solargeschäft
Den wachsenden Aktivitäten im Sicherheits- und Infrastrukturbereich steht der planmäßige Rückzug aus unrentablen Nebenschauplätzen gegenüber. Am 13. Oktober gab Kontron bekannt, das Photovoltaik-Großhandelsgeschäft am österreichischen Standort Bisamberg zum 31. Dezember 2026 vollständig einzustellen.
Die unter der Marke suntastic.solar geführte Einheit leidet unter veränderten regulatorischen Bedingungen sowie anhaltendem Preisdruck. Rund 20 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen. Kontron trennt sich damit konsequent von margenarmen Geschäftsfeldern, um die Mittel auf das industrielle Internet der Dinge und geschäftskritische Anwendungen zu bündeln.
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