Warren Buffett hat selten so offen seine Enttäuschung über eine Investition geäußert. Als Kraft Heinz Anfang September ankündigte, sich in zwei separate Unternehmen aufzusplitten, reagierte der Starinvestor mit ungewohnt scharfer Kritik: „Es war sicherlich keine geniale Idee, sie zusammenzuführen, aber ich glaube nicht, dass eine Aufspaltung das Problem löst.“ Ausgerechnet jener Mega-Deal aus dem Jahr 2015, den Buffett selbst eingefädelt hatte, wird nun rückgängig gemacht. Was ist da schiefgelaufen?

Der Traum vom Lebensmittel-Imperium platzt

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kraft Heinz kämpft bereits im siebten Quartal in Folge mit rückläufigen organischen Nettoumsätzen. Seit der Fusion vor zehn Jahren ist die Aktie um fast 70% von ihren Höchstständen gefallen und hinkt dem gesamten Lebensmittelsektor hinterher.

Der geplante Split soll dieser Misere ein Ende bereiten. Die Aufspaltung in „Global Taste Elevation Co.“ und „North American Grocery Co.“ ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Erstere soll sich auf schneller wachsende Marken wie Heinz Ketchup und Philadelphia konzentrieren, letztere auf traditionelle Supermarktprodukte wie Oscar Mayer.

Mehrere Fronten, ein Problem

Doch die Herausforderungen sind vielfältig. Die „Make America Healthy Again“-Bewegung von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. nimmt verstärkt verarbeitete Lebensmittel ins Visier – ein Kerngeschäft von Kraft Heinz. Gleichzeitig erobern Premium-Marken wie Rao’s Marktanteile, während Appetithemmer wie Ozempic den Snack-Konsum bremsen.

Wall Street bleibt skeptisch

Analysten zweifeln am Erfolg der Strategie. Fitch Ratings hat das Unternehmen auf „Rating Watch Negative“ gesetzt. Die Trennung soll zwar bis zu 300 Millionen Dollar kosten, aber ob sie die grundlegenden Probleme löst, bleibt fraglich.

Mit einem durchschnittlichen Kursziel von gut 30 Dollar sehen Analysten nur begrenztes Aufwärtspotenzial. Die nächsten Quartalszahlen Ende Oktober werden zeigen, ob Kraft Heinz den Turnaround schaffen kann – oder ob Buffetts Skepsis berechtigt ist.