Kraken Robotics hat die vergangene Woche mit einem Kurssprung von 3,52 Prozent auf 3,68 Euro beendet. Nach Monaten der Konsolidierung ist das ein Achtungszeichen. Der eigentliche Test steht aber erst bevor: die Integration einer Übernahme, die das Unternehmen fundamental verändert hat.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch immer rund 7,9 Prozent im Minus, weit entfernt vom März-Hoch bei 6,79 Euro. Der Blick der Anlegerinnen und Anleger richtet sich nun auf die anstehenden Quartalszahlen und darauf, wie gut sich die neu erworbenen Geschäftsteile einfügen.
Rekordauftragsbestand treibt die Prognose
Im Zentrum steht die Übernahme der Covelya Group Limited. Der Deal hatte einen Wert von etwa 615 Millionen kanadischen Dollar und wurde im Juli abgeschlossen. Er hat das Finanzprofil von Kraken Robotics komplett umgekrempelt.
Nach dem Zusammenschluss hat das Management die Umsatzprognose für 2026 deutlich angehoben. Statt der bisherigen 165 bis 175 Millionen kanadischen Dollar als eigenständiges Unternehmen peilt die kombinierte Gruppe nun 290 bis 320 Millionen kanadische Dollar an. Das ist beinahe eine Verdopplung.
Rückenwind liefert ein Auftragsbestand auf Rekordniveau. Ende Juli summierten sich die Produktbestellungen der fusionierten Gruppe für das laufende Jahr auf 327 Millionen kanadische Dollar. Treiber sind vor allem die starke Nachfrage nach SeaPower-Unterwasserbatterien und der Synthetic-Aperture-Sonar-Technologie, insbesondere aus der maritimen Verteidigung und der Offshore-Energiebranche.
Charttechnik zeigt Stabilisierungsversuch
Technisch betrachtet versucht die Aktie gerade, einen Boden zu finden. Der RSI liegt bei 43,4 und damit im neutralen Bereich – der jüngste Abwärtsdruck scheint nachzulassen, ohne dass die Aktie überverkauft wäre.
Der Weg nach oben bleibt trotzdem steinig. Aktuell notiert der Kurs rund 13 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,23 Euro und knapp 18,4 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4,51 Euro. Für eine nachhaltige Trendwende braucht es aus charttechnischer Sicht eine Rückeroberung dieser Marken.
Zweites Quartal soll erste Antworten liefern
Die Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal ist für August angesetzt. Dieser Bericht wird der erste sein, der echte Einblicke in die frühe Phase der Covelya-Integration gibt.
Besonders im Fokus: mögliche Kostensynergien. Das Management hatte diese zuvor auf etwa 10 Millionen kanadische Dollar über einen Zeitraum von 24 Monaten beziffert. Ob sich dieser Zeitplan halten lässt, wird die kommende Berichtssaison zeigen müssen.
Das Marktumfeld für spezialisierte Unterwassertechnologie bleibt unterdessen günstig. Steigende Verteidigungsbudgets unter NATO-Partnern und ein wachsender Fokus auf autonome Unterwassersysteme zum Schutz kritischer Infrastruktur stützen die Branche strukturell. Hinzu kommt ein strategisches Detail am Rande: Kraken Robotics plant ein zusätzliches Listing an der Toronto Stock Exchange, angepeilt für spätes 2026 oder frühes 2027 – ein Schritt, der die Liquidität der Aktie erhöhen und institutionelle Investoren anziehen könnte.
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