Kraken Robotics Aktie: 97 Millionen Auftragsrekord

Kraken Robotics meldet Rekordaufträge und Umsatzplus, schreibt aber rote Zahlen. Die Aktie gibt nach, während die NATO-Übung neue Chancen eröffnet.

Kraken Robotics Aktie
Kurz & knapp:
  • Auftragsbestand auf Rekordniveau
  • Nettoverlust im ersten Quartal
  • Teilnahme an NATO-Übung
  • Covelya-Übernahme kurz vor Abschluss

Kraken Robotics hat die Quartalszahlen vorgelegt – und präsentiert ein gemischtes Bild. Der Auftragsbestand wächst kräftig, die erste NATO-Übung läuft. Gleichzeitig belastet ein Nettoverlust die Stimmung. Die Aktie fällt um fünf Prozent.

Aufträge auf Rekordniveau

Seit dem Jahreswechsel hat Kraken weitere Aufträge für seine Unterwasserbatterien SeaPower und das SAS-Sonar-System eingesammelt. Die Summe aller 2026 bekanntgegebenen Bestellungen liegt nun bei rund 97 Millionen Kanadischen Dollar – zehn Millionen mehr als noch im April gemeldet.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 21,7 Millionen Dollar, ein Plus von 35 Prozent zum Vorjahr. Das Produktgeschäft legte um 50 Prozent zu, die Serviceerlöse um 14 Prozent. Ein Grund dafür: die im Januar übernommene Firma 3D at Depth, die Tiefsee-3D-Vermessungstechnik beisteuert.

Trotz des Umsatzwachstums schrieb Kraken einen Nettoverlust von 3,3 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte noch ein kleiner Gewinn gestanden. Höhere Verwaltungskosten durch mehr Mitarbeiter belasteten das Ergebnis. Die bereinigte EBITDA-Marge sank von 17 auf 14 Prozent.

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NATO-Übung als strategischer Meilenstein

Nach dem Quartalsende nahm Kraken erstmals an der Übung SeaSEC Challenge Weeks „Data2Sea“ teil. Dahinter steht eine Kooperation der Verteidigungsministerien von sechs Nato-Staaten – darunter Deutschland, die Niederlande und Finnland. Ziel ist der Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur.

Kraken brachte seine SAS- und MP-SAS-Systeme auf mehreren unbemannten Unterwasserfahrzeugen (UUVs) zum Einsatz. Die Teilnahme öffnet Türen zu Beschaffungsprogrammen sechs Nato-Mitglieder.

Batteriefabrik in Betrieb

Die Produktion läuft Hochtouren: Eine neue Fabrik in Nova Scotia nahm im ersten Quartal die Arbeit auf. Sie ergänzt die bestehenden Werke in Europa. Kraken kann damit sowohl kleine als auch große UUV-Bauarten mit Antriebsbatterien versorgen.

Die Bilanz spiegelt die Expansion: Die Bilanzsumme stieg auf 715,9 Millionen Dollar – gut vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Grund sind die Erlöse aus Bezugsrechten, mit denen Kraken die Übernahme des norwegischen Unternehmens Covelya vorfinanziert hat.

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Prognose bestätigt, Covelya-Abschluss naht

Das Management hält an der separaten Jahresprognose für 2026 fest: 165 bis 175 Millionen Dollar Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 40 bis 50 Millionen Dollar. Das wäre ein Umsatzplus von über 65 Prozent und ein EBITDA-Wachstum von 80 Prozent zum Vorjahr.

Die kombinierte Prognose mit Covelya soll nach dem Abschluss der Übernahme folgen. Der Deal steht kurz vor dem Ende: Kraken erwartet die finale Abwicklung gegen Ende des zweiten Quartals. Covelya hat bereits selbst Aufträge im Wert von 165 Millionen Dollar für 2026 eingesammelt.

Markt reagiert verhalten

Die Aktie von Kraken Robotics verlor am Donnerstag 5,1 Prozent und schloss im europäischen Handel bei 4,64 Euro. Damit notiert sie rund 7,6 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 29,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,57 Euro. Auf Jahressicht steht aber immer noch ein Plus von 191 Prozent.

Der kombinierte Auftragspipeline aus Kraken und Covelya von rund 262 Millionen Dollar zeigt: Der Konzern hat viel Geschäft in der Hinterhand. Der Nettoverlust des ersten Quartals dürfte jedoch kurzfristig als Argument der Skeptiker dienen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Marge wie prognostiziert auf über 26 Prozent steigt.

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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