Kraken Robotics startet in eine Woche, in der Wachstum und Verluste hart aufeinanderprallen. Der Auftragsbestand wächst kräftig, die Marge gibt nach. Dazu rückt die Covelya-Übernahme näher, die das Unternehmen deutlich größer machen würde.
Am Freitag schloss die Aktie in Deutschland bei 4,74 Euro und verlor 2,37 Prozent. Seit Jahresanfang liegt sie dennoch 12,46 Prozent im Plus.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Gewinn von 197,74 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,57 Euro ist der Kurs aber 27,85 Prozent entfernt. Das zeigt: Die Story lebt, der Markt prüft sie neu.
Wachstum kommt teuer
Im ersten Quartal steigerte Kraken Robotics den Umsatz auf 21,71 Millionen kanadische Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 16,13 Millionen kanadische Dollar. Unter dem Strich stand nun ein Nettoverlust von 3,33 Millionen kanadischen Dollar.
Das Produktgeschäft legte besonders stark zu. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 50 Prozent auf 13,8 Millionen kanadische Dollar.
Auch das Servicegeschäft wuchs. Hier meldete Kraken ein Plus von 14 Prozent auf 7,9 Millionen kanadische Dollar. Treiber waren mehr Nachfrage nach SeaPower-Unterwasserbatterien und Synthetic-Aperture-Sonar-Systemen.
Die Übernahme von 3D at Depth half ebenfalls. Der Preis dafür: höhere Verwaltungskosten durch mehr Personal. Die bereinigte EBITDA-Marge sank von 17 auf 14 Prozent.
Kein Wunder, dass der Markt zunächst auf die Ergebniszeile schaute. Wachstum allein reicht nicht, wenn die Profitabilität im Quartal sichtbar nachgibt.
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Auftragsbuch stützt die Prognose
Der operative Trend sieht besser aus als der Nettoverlust. Seit Jahresbeginn summieren sich die angekündigten Produktaufträge auf rund 97 Millionen kanadische Dollar. Das ist mehr als der zuletzt gemeldete Stand von 87 Millionen kanadischen Dollar.
Covelya bringt ebenfalls Schwung mit. Dort liegen die Aufträge für das laufende Jahr bei etwa 165 Millionen kanadischen Dollar. Zuvor hatte Kraken rund 135 Millionen kanadische Dollar genannt.
Zusammen ergibt das eine Pipeline von rund 262 Millionen kanadischen Dollar. Genau diese Zahl erklärt, warum das Management an der Jahresprognose festhält.
Für Kraken allein bleibt der Umsatzausblick bei 165 bis 175 Millionen kanadischen Dollar. Das setzt eine klare Beschleunigung im zweiten Halbjahr voraus.
Beim bereinigten EBITDA peilt das Unternehmen weiter 40 bis 50 Millionen kanadische Dollar an. Damit müsste die Marge im Jahresverlauf deutlich zulegen.
Der Mittelpunkt der Prognose läge bei einer bereinigten EBITDA-Marge von mehr als 26 Prozent. Nach 14 Prozent im ersten Quartal ist das ein anspruchsvoller Sprung.
Covelya wird zum Prüfstein
Der wichtigste Termin naht mit dem Abschluss der Covelya-Übernahme. Kraken rechnet weiter mit dem Closing gegen Ende des zweiten Quartals 2026.
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Covelya erzielte 2025 einen profitablen Umsatz von 365 Millionen kanadischen Dollar. Das war etwa dreimal so viel wie Kraken im selben Jahr.
Seit 2023 wuchs Covelya im Schnitt um 24 Prozent pro Jahr. Damit kauft Kraken nicht nur Größe, sondern auch ein stark wachsendes Geschäft.
Zur Finanzierung hat Kraken mehr als 400 Millionen kanadische Dollar über Subscription Receipts aufgenommen. Per Quartalsende lagen 394,5 Millionen kanadische Dollar daraus auf einem Treuhandkonto.
Nach dem Closing will das Management eine neue Prognose für den kombinierten Konzern vorlegen. Diese Zahlen dürften zeigen, wie stark Covelya Umsatz, Marge und Bilanzprofil verändert.
Auch die Produktion bleibt wichtig. Kraken hat die Batteriefertigung zuletzt erweitert, um das erwartete Wachstum bedienen zu können. Für den Rest des Jahres plant das Unternehmen moderatere Investitionen.
Das Investitionsbudget für 2026 liegt bei 15 bis 18 Millionen kanadischen Dollar. Damit muss Kraken Kapazität aufbauen, ohne die Margenerholung zusätzlich zu belasten.
Analysten bleiben gespalten
Die Einschätzungen am Markt gehen auseinander. ATB-Capital-Analyst Nicholas Boychuk stufte die Aktie von „Sector Perform“ auf „Underperform“ ab. Sein Kursziel liegt bei 6,50 kanadischen Dollar.
Andere Analysten sehen mehr Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel wurde in den vergangenen vier Monaten deutlich nach oben angepasst. Der Kernkonflikt bleibt Integration gegen Wachstum.
Der nächste konkrete Prüfpunkt ist der Abschluss der Covelya-Transaktion. Danach zählt die kombinierte Prognose. Sie muss zeigen, ob der volle Auftragsbestand in höhere Margen übersetzt werden kann.
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