Der Abfüll- und Verpackungsspezialist Krones kämpft nach den jüngsten Kursverlusten um eine Stabilisierung an der Börse. Am gestrigen Freitag beendete die Aktie den Handel bei 105,40 Euro. Seit Beginn des laufenden Jahres beläuft sich das Minus auf 22 Prozent, womit der Titel den allgemeinen Branchentrends hinterherhinkt.

Belastet wird die Stimmung am Markt vor allem durch eine spürbare Zurückhaltung wichtiger Großkunden aus der Getränkeindustrie. Steigende Kosten dämpfen die Ausgabefreude bei internationalen Abfüllbetrieben merklich. Dies wirft zunehmend Fragen bezüglich der mittel- und langfristigen Wachstumsdynamik auf, zumal anstehende Großaufträge verzögert vergeben werden könnten.

Vorsichtige Töne zur Mittelfristprognose

Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX am 23. September berichtete, geriet das Papier vor allem nach einem skeptischen Kommentar von Bernstein Research unter Abgabedruck. Das Analysehaus hatte die Krones-Beobachtung tags zuvor am 22. September mit der Einstufung „Market-Perform“ und einem Kursziel von 111 Euro aufgenommen. Analyst Benjamin Thielmann rechnet mit einem verhaltenen Umsatz- und Auftragswachstum für das Geschäftsjahr 2027.

Nach Einschätzung des Experten steht zudem das Umsatzziel des Konzerns für 2028 auf wackligen Beinen. Thielmann begründete seine Zurückhaltung mit schwächeren Investitionsdaten bei Getränkeherstellern und Abfüllern, die insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum zu beobachten seien. Die allgemeine Kostendisziplin der Kunden bremst somit die Fantasie für rasche Zuwächse bei den Auftragseingängen.

Bündelung der Prozesstechnik und neue Modultechnik

Auf Konzernebene reagiert Krones mit einer Neuausrichtung des eigenen Angebots. Am Dienstag bündelte das Unternehmen seine Prozesstechnik-Kompetenzen unter der gemeinsamen Leistungsmarke „Krones Processing“. Mit diesem Schritt will der Konzern sein Portfolio für die Herstellung, Verarbeitung und Aufbereitung entlang der Wertschöpfungskette für Kunden übersichtlicher und leichter zugänglich gestalten.

Flankiert wird dieser organisatorische Schritt durch technische Produktneuerungen. Am Montag stellte Krones das Contipure-D-Modul für die aseptische Preform-Sterilisation vor. Dank eines skalierbaren Multi-Level-Designs soll die Einheit höhere Leistungen, variable Sterilisationszeiten und eine kompaktere Anlagenarchitektur bieten. Damit zielt das Unternehmen darauf ab, Effizienzvorteile in der Abfüllpraxis zu realisieren.

Quartalsmitteilung als nächster Termin

Die charttechnische Lage bleibt derweil angespannt: Erst am Donnerstag hatte der Kurs bei 103,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief erreicht. Vor diesem Hintergrund rückt der 6. November in das Blickfeld der Marktteilnehmer. An diesem Tag veröffentlicht Krones die Quartalsmitteilung zum 30. September und erläutert die operative Entwicklung des dritten Quartals in einer Telefonkonferenz.